Denkwürdige Mitgliederversammlung beim CFC

FUSSBALL Mammutveranstaltung mit heftigen Wortgefechten in der Messe

Mitgliederversammlung des Chemnitzer FC in der Messe Arena. Foto: Harry Härtel

Der 11. Dezember 2017 wird definitiv als ein denkwürdiges Datum in die Vereinshistorie des Chemnitzer FC eingehen. Über 530 der insgesamt 2565 Mitglieder erlebten eine knapp fünfstündige Mitgliederversammlung, die es in dieser Form so wohl noch nie gegeben hatte. Aber der Reihe nach: Auf dem Podium nehmen die Aufsichtsräte Uwe Bauch und Gunther Kermer, Ehrenratsmitglied Mario Lengtat, Versammlungsleiter Nico Beltrame (derzeit ebenfalls kooptierendes Mitglied im Aufsichtsrat) und Sportvorstand Steffen Ziffert Platz.

Im Vorstandsbericht für die abgelaufenen Saison bemerkte der langjährige Vorsitzende Dr. Mathias Hänel, das erneut ein unruhiges Jahr hinter dem CFC liegt.

Hänel: "Ein Abstieg wäre fatal"

Aufgrund der aktuell prekären sportlichen Situation der ersten Männermannschaft betonte er, dass ein Abstieg in dieser Saison nicht nur aufgrund der Tatsache, dass die dritte Liga in den nächsten Jahren finanziell lukrativer werden könnte, fatal wäre. Des Weiteren bilanzierte Hänel die Entwicklung in den Nachwuchsmannschaften und in der Blindenfußballmannschaft, die überwiegend positiv sind.

Am Ende seiner Rede ging Hänel auf das schwierige Klima innerhalb des Vereins ein, in dem teilweise persönliche Empfindlichkeiten über dem Wohl des Vereins stünden. Er forderte zukünftige Mitglieder in den Gremien der Vereinsführung dazu auf, persönliche Interessen hinten anzustellen. "Es geht um das Wohl des Vereins", sagte Hänel unter dem Beifall der Mitglieder. In der Folge legte Uwe Bauch den Rechenschaftsbericht des Aufsichstrates vor und schoss dabei scharf gegen den ehemaligen Vorstand Stefan Bohne (BLICK berichtete) sowie den aktuellen Geschäftsführer Lars Schauer, die wiederum in ihren Beiträgen im Rahmen der Diskussion Gunther Kermer und Bauch angriffen.

Aufgebrachte Wortmeldungen und Zwischenrufe aus dem Publikum

So entwickelte sich die Veranstaltung in der Folge mehr und mehr zu einem zwischenmenschlichen Disput, der immer wieder durch wütende und aufgebrachte Wortmeldungen und Zwischenrufe aus dem Publikum befeuert wurde. Einzig der Beitrag von Steffen Ziffert, der die Mannschaft um Kapitän Marc Endres für die am Samstag in Zwickau startende Rückrunde in die Pflicht nahm, blieb sachlich und konstruktiv.

So verkam auch die nahezu einstimmige Wahl von Helmut Brunhuber, Norman Löster und Thomas Uhlig in den Aufsichtsrat sowie die Ernennung der legendären Meistermannschaft von 1967 zu Ehrenmitgliedern fast zur Nebensache. Positiv bleibt festzuhalten, dass die Mammutaufgabe Lizenzerteilung (und Nachlizensierung) trotz dieser schwierigen Situation innerhalb des Vereins gemeistert werden konnte. Es bleibt zu hoffen, dass ausgehend vom nun wieder kompletten Aufsichtsrat ein Vorstand gefunden wird, der die schwierige finanzielle, sportliche und zwischenmenschliche Situation innerhalb des Vereins zu lösen vermag.