"Der Besuch der alten Dame": Eine Milliarde für einen Kopf

Schauspiel "Der Besuch der alten Dame" in neuer Fassung im Schauspielhaus

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Foto: Wuschanski/Theater

Kann man für Geld alles kaufen? Auch das Bewusstsein für Recht und Unrecht? Alfred Dürrenmatts Werk "Der Besuch der alten Dame" zeigt - man kann. Weil Claire Zachanassian in ihrer Jugend schwanger von ihrem damaligen Freund Alfred Ill verlassen wurde, hegt sie einen unmoralischen Plan. Sie kehrt als alte, äußerst vermögende Dame, in ihren Heimatort, dem es finanziell mehr als schlecht geht, zurück und unterbreitet den Bürgern ein Angebot: eine Milliarde für Gerechtigkeit und für den den Kopf von Alfred Ill.

Das verlockende Angebot schlägt der Bürgermeister entsetzt aus. Alfred Ill ist davon überzeugt, dass er sich auf seine Mitbürger verlassen kann. Doch bald gibt die Gemeinde der Versuchung nach: Das Unrecht wird heruntergespielt, offen wird über Ills Schuld debattiert. Am Ende glauben die Bürger an ihre gute Tat und fordern Ills Kopf - im Namen der Gerechtigkeit.

Der Schweizer Schriftsteller und Maler Friedrich Dürrenmatt schrieb "Der Besuch der alten Dame" 1955 und bis heute hat das Stück nichts an Brisanz und Aktualität verloren. Es zeigt, wie sehr Geld öffentliche Meinung, Recht und moralische Instanzen ins Wanken bringen kann. Zu sehen am 27. März um 19.30 Uhr im Schauspielhaus.