Der Intendant springt in die Bresche

Nachfolge Bis Sommer 2016 wollen sich die Theater Zeit lassen, um einen Generalmusikdirektor zu finden

Am Ende der Spielzeit scheidet Generalmusikdirektor (GMD) Frank Beermann von Chemnitz - das steht schon eine Weile fest. Die Nachfolge scheint indes nicht ganz einfach zu regeln zu sein. Noch ist kein neuer GMD gefunden, wie die Theater Chemnitz kürzlich mitteilen. Man wolle sich Zeit bis zum Ende der Spielzeit lassen, um die beste Besetzung zu finden: "Wir brauchen nicht nur einen hervorragenden Musiker und Dirigenten, sondern jemanden, der auch jenseits der Arbeit mit dem Taktstock in die Stadt hineinwirken will", erklärte Generalintendant Christoph Dittrich auf BLICK-Nachfrage.

Bisherige Kandidaten stehen dafür teilweise nicht mehr zur Verfügung, so Dittrich: "Wir suchen in einem Kreis, der auch anderswo Angebote bekommt." Für die Planung künftiger Spielzeiten, die oft sehr langfristig erfolgt, bedeute dies eine besondere Herausforderung, gibt Dittrich zu: "Wir können hier die Entscheidung nicht abwarten. Wir müssen Solisten binden und bei den Verlagen wegen der Rechte an den Werken anfragen. Da springt das Haus in die Bresche." Er selbst plane die nächste Orchestersaison gemeinsam mit dem Orchesterdirektor, die Hausdramaturgen treiben die Opernplanung voran.

Wenn dann ein neuer Generalmusikdirektor gefunden ist, habe der aber durchaus noch die Möglichkeit, Akzente zu setzen und Programme zu variieren. Die Chance, die Zusammenarbeit mit geeigneten Persönlichkeiten zu testen, gäbe es auch in dieser Spielzeit noch, so Dittrich: "Wir können zum Beispiel Dirigenten bei Wiederaufnahmen von Opern ausprobieren." Wichtig sei ihm, dass am Ende Orchester und Intendanz eine gemeinsame positive Meinung zur Beermann-Nachfolge haben. Denn es gilt: "Natürlich sind wir froh, wenn wir einen neuen Generalmusikdirektor gefunden haben."