"Der lange Blonde" spielte eins in Chemnitz

Basketball Dirk Nowitzki geht in den Ruhestand

Es war das Jahr 1997. Ein gewisser Dirk Nowitzki läuft in der Chemnitzer Schloßteichhalle beim U20 Allstar Tryout für das Team Südost auf. Gemeinsam mit den Chemnitzer Lok-Spielern Andreas Endig und Sebastian Sachse sowie Demond Greene und Sven Schultze. Trainiert wird die Mannschaft vom Chemnitzer Torsten Loibl. Obwohl damals schon das große Talent des 2,13 Meter großen Würzburgers Nowitzki aufflammte, ahnte kaum jemand, welch herausragender Sportler er einmal werden würde. Bereits im darauf folgenden Jahr wechselte Dirk in die große NBA zu den Dallas Mavericks, denen er sagenhafte 21 Jahre die Treue halten sollte. Eine einmalige Karriere nahm ihren Lauf. 2002 gewann er mit der deutschen Nationalmannschaft WM-Bronze, drei Jahre darauf EM-Silber.

Im Jahr 2007 wurde Nowitzki, der aus einer wahren Sportfamilie kommt, als erster Europäer wertvollster NBA-Spieler. Ein Jahr später folgte die Olympiateilnahme in Peking, wo der Hüne auch als deutscher Fahnenträger fungierte. Im Jahr 2011 dann der erste und einzige Titel in der besten Basketballliga der Welt mit den Mavericks, dem die Ehrung als Sportler des Jahres in Deutschland folgen sollte. Dies wurde ihm als einzigem Mannschaftssportler überhaupt zuteil. Nowitzki brachte es in der NBA auf über 31000 Punkte, womit er vor wenigen Wochen Legende Wilt Chamberlain überholen konnte und sich auf den sechsten Platz der ewigen Bestenliste schob. Nun hat "The German Wunderkind" seine große Karriere beendet und wurde bei seinem letzten Ligaspiel gebührend mit einer beeindruckenden Abschiedsgala geehrt.

Im Laufe seiner letzten Saison zollten ihm auch die gegnerischen Fans Respekt. Bei Nowitzkis erster Einwechslung erhoben sich die Fans auch in gegnerischen Arenen und feierten jeden erfolgreichen Wurf. "Ich werde hier in Dallas bleiben, das ist mein neues Zuhause", so der 40-jährige, der 153 Länderspiele absolvierte und stets als fairer Sportsmann galt. Jetzt will sich Dirk seiner Familie widmen, seiner schwedischen Ehefrau und den drei Kindern.