Der Provokateur unter den Tänzen

Premiere Morgen Performance im Archäologiemuseum

Es ist nur eine kleine Figur, die die besondere Aufmerksamkeit eines Besuchers im Archäologiemuseum smac fand: Etwa um 1500 unserer Zeitrechnung entstand der "Chemnitzer Moriskentänzer", und dabei wohl nicht in unserer Gegend. Denn der Moriskentanz ist eher in Südeuropa entstanden, vielleicht auch in Nordeuropa oder Arabien. Sein Name leitet sich vom spanischen "morisco" ab - also von "maurisch". In jedem Fall aber wanderte der "Moriskentanz" dann von Spanien in die höfische Kultur von Spätmittelalter und Renaissance bis hinein nach Mitteleuropa und galt dabei als "Provokateur unter den Tänzen" - nebenbei inspirierte er auch Kunstschaffende zu Skulpturen. All dies hatte der Entdecker des Chemnitzer Moriskentänzers erst herauszufinden - um anschließend seine Mitglieder der "Tanzgruppe 55+" zu inspirieren, selbst einmal einen Moriskentanz einzustudieren. Über Wochen wurde geprobt, über Wochen auch wurden weitere Mitstreiter gesucht fürs Tanzen und für die Livemusik - 82 jüngere und ältere Menschen, Deutsche und Flüchtlinge sind es schließlich geworden. In ihrer Performance erzählen sie die Geschichte des Moriskentänzers als eine Geschichte einer Wanderung. Am morgigen Donnerstag, 16 Uhr stellen sie diese bei der Premiere im Archäologiemuseum vor. Extra Eintrittskarten sind dafür nicht nötig - es gelten die regulären Angebote an der Museumskasse.

Wer vom smac nicht genug bekommt, sollte vielleicht bei der Adventsaktion des Museums mitmachen: Täglich verstecken die Museumsmitarbeiter ein rotes, etwa fünf Zentimeter großes "a" in ihrer Dauerausstellung. Wer es findet, kann sich an der Museumskasse melden - und es gegen Eintrittskarten umtauschen. BLICK wünscht viel Erfolg beim Suchen.