Der Stadtrat berät: Wohin mit dem Restmüll?

Kommunales Stadtrat soll Weg für Müllverbrennungsanlage öffnen

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Foto: Harry Härtel

Mit einem Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich Weißer Weg/Dresdner Straße soll der Stadtrat in seiner Sitzung kommenden Mittwoch die Möglichkeit zum Bau eines Ersatzbrennstoffwerks eröffnen. Dahinter verbirgt sich eine Anlage zur Müllverbrennung. Nicht verwertbare Abfälle werden derzeit von Chemnitz aus ins Kraftwerk Jänschwalde gebracht, wo sie verbrannt werden. Da die Verträge dafür im Jahr 2020 auslaufen, sucht der Abfallwirtschaftsverband Chemnitz nun nach neuen Lösungen.

Eine Möglichkeit: eben die Müllverbrennung in einer eigenen Anlage, inklusive Nutzung der Heizenergie für die Fernwärmeversorgung. "Es geht um die Versorgungssicherheit für 540.000 Bürger im Verbandsgebiet", hatte Bürgermeister Miko Runkel vergangene Woche gegenüber Journalisten erklärt. Parallel zu den Vorplanungen für die Verbrennungsanlage werde man auch Angebote für die Fremdverwertung in anderen Anlagen einholen - letztendlich soll die wirtschaftlichste Lösung gefunden werden.

Gegenstimmen - Bürgerinitiative gestartet

Auf Widerstand stößt das mögliche Müllkraftwerk, weil hiervon Teile des Zeisigwalds betroffen wären, dessen Erholungswert sinken könnte. So hat sich bereits eine Bürgerinitiative gegründet, die Unterschriften gegen die Pläne sammelt: "Wir wehren uns dagegen, dass ohne umfassende Information und Beteiligung der Bevölkerung planungsrechtliche Tatsachen geschaffen werden", heißt es zur Begründung der Petition. Diese hatte bei Redaktionsschluss online knapp 1.000 Unterstützer gefunden, angestrebt sind 2.100.

Frühzeitige Bürgerbeteiligung verspricht die Stadtverwaltung - die wäre jetzt schon anzustreben, hatte Baubürgermeister Michael Stötzer im Gespräch mit Journalisten eingeräumt, spätestens aber, wenn eine Planung für die Müllverbrennung vorliegt. Das dürfte frühestens in einem halben Jahr der Fall sein, so Stötzer.