"Der Verbraucherschutz hat gelitten"

Handwerk Kammerpräsident Wagner begrüßt geplante Meisterpflicht

Im Rahmen der Agenda 2010 lockerte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder in 53 von 94 Handwerksberufen die Meisterpflicht - beispielsweise für Schuhmacher, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger sowie Goldschmiede. Der Schritt von 2004 soll nun wieder rückgängig gemacht werden.

Beschluss zur Meisterpflicht

Die Länderkammer stimmte vergangene Woche einem entsprechenden Antrag Bayerns zu. Darin wird die Bundesregierung gebeten, den verpflichtenden Meisterbrief in allen Handwerken wieder einzuführen, bei denen es fachlich geboten und europarechtlich möglich sei. Die Meisterpflicht regelt, dass bestimmte Handwerksbetriebe nur von Personen geführt werden dürfen, die eine Ausbildung zum Meister absolviert haben.

Aktuelle Situation bedarf Änderungen

Dazu Frank Wagner, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz: "Wir begrüßen die Entscheidung des Bundesrats und sehen, dass die Politik die negativen Folgen der Handwerksnovelle erkannt hat und bereit ist, daran etwas zu ändern.

"In den zulassungsfreien Gewerken seien die Ausbildungszahlen zurückgegangen, weil es weniger Meister gebe, die ausbilden können. Wagner weiter: "Der Verbraucherschutz hat gelitten. Und Betriebe ohne Meisterbrief sind im statistischen Mittel schneller wieder vom Markt als Meisterbetriebe. Die Entscheidung des Bundesrats ist ein wichtiger erster Schritt für einen guten Verbraucherschutz, für nachhaltiges Handwerk und eine Stärkung der dualen Ausbildung."