Der Weg zur Europäischen Kulturhauptstadt

Konferenz Internationale Tagung wägt Chancen einer Kulturhauptstadt-Bewerbung ab

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Foto: Haertelpress

Chemnitz. Seit Montagnachmittag diskutieren in der Stadthalle über 100 Kulturschaffende Fragen rund um die Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt. Noch bis zum heutigen Mittwoch haben sich dazu Vertreter aus der Chemnitzer Stadtverwaltung, der Kulturszene, aber auch aus konkurrierenden Städten und vormaligen oder künftigen Kulturhauptstädten eingefunden.

Man wolle "die DNA, aus der Gewinner gemacht werden" identifizieren, hatte Ferenc Csak, Kulturbetriebsleiter und Koordinator der Chemnitzer Bewerbung, zum Auftakt der Tagung gesagt. Zum Auftakt hatte Prof. Oliver Scheytt vorgetragen, wie sich das Kulturhauptstadt-Jahr 2010 auf den damaligen Sieger Essen ausgewirkt hatte: Man müsse nicht unbedingt "ein Wahnsinnsbauwerk" errichten, auch mit einer eingängigen Geschichte könne man sich qualifizieren. Lagerfeuer, um die sich die Stadtgesellschaft und ihre Gäste versammeln könnten, seien bedeutsamer als Leuchttürme, erklärte er bildhaft. Insgesamt sei es wichtig, die Bevölkerung hinter einer Bewerbung zu versammeln und sie aus dem tagespolitischen Alltag herauszuhalten.

Ähnlich argumentierte auch Manfred Gaulhofer, der 2003 das österreichische Graz zur Kulturhauptstadt geformt hatte und später jahrelang der europäischen Auswahljury vorsaß: Er verdeutlichte, was die Kulturhauptstadt bewirken soll: "Durch die Teilhabe an der Kultur soll sich das Leben vieler Menschen in der Stadt verbessern." Angesichts nicht geringer Bewerbungsbudgets in vielen Städten würden die Menschen in den Städten auch einfordern, dass etwas passiert.

Christoph Thoma, Kurator der Tagung, machte der Gastgeberstadt Chemnitz Komplimente: "Ich kenne kaum eine Stadt in Chemnitz, die sich so zu Europa und zu einer kulturellen Entwicklung bekennt." Chemnitz will 2025 Europäische Kulturhauptstadt werden.