Dicke Luft auf Chemnitzer Straßen?

Umwelt Stickoxidbelastung in der Stadt ist im Normbereich

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Auf der Leipziger Straße steht ein Messgerät zur Feinstaubbelastung. Foto: Steffi Hofmann

Erhöhte Stickstoffdioxidwerte sorgen in vielen Großstädten für schlechte Luft. In der vergangenen Woche hat das Stuttgarter Verwaltungsgerichts den Weg für Fahrverbote geebnet, da die Werte in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs deutlich zu hoch waren.

Wie sieht das in Chemnitz aus?

An zwei Stellen in der Stadt - auf der Leipziger Straße und auf der Hans-Link-Straße - werden die Feinstaubwerte gemessen. An der Messstation Leipziger Straße wurden laut Stadtverwaltung für das Jahr 2017 bisher sieben Überschreitungen des Grenzwertes ermittelt, wovon eine dem Silvesterfeuerwerk geschuldet sei. "Bis zu 35 solcher Überschreitungstage, an denen mehr als 50 µg/m³ Feinstaub gemessen werden, sind rechtlich zulässig", informiert Tommy van Doorn von der Stadtverwaltung.

Tendenziell sinke die Belastung seit 2011. "Damit liegt Chemnitz innerhalb von Sachsen eher im unteren Bereich bei den verkehrsgeprägten Messstellen", so van Doorn weiter. Es bestehe daher derzeit kein Bedarf, ein Konzept für eine blaue Umweltzone zu erarbeiten.

ÖPNV und Radverkehr werden gefördert

Verbote allein seien aus Sicht der Stadt auch nicht geeignet, nachhaltigen Umweltschutz zu betreiben. Stattdessen sei es wichtig, Verkehrsbedürfnisse mit besseren Angeboten zu befriedigen. Die Stadt Chemnitz stärke den Umweltverbund insbesondere durch die Förderung des ÖPNV, des Rad- und des Fußgängerverkehrs.

"Zudem gibt es in Chemnitz seit 2013 einen Arbeitskreis Elektromobilität, der vom Umweltamt gemeinsam mit dem Tiefbauamt sowie Professor Reinhard Erfurth organisiert wird", so die Stadtverwaltung.