Die Erfindung der Nachhaltigkeit

Konferenz Internationale Preisträger und namhafte Laudatoren dieses Wochenende in Chemnitz

Diesen Samstag sind alle interessierten Bürger zur dritten Sächsischen Nachhaltigkeitskonferenz in das Opernhaus eingeladen. Diese wird von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig eröffnet, welche die Konferenz als "hochkarätige internationale Veranstaltung" bezeichnet. Ausrichter ist neben der Stadt Chemnitz und der TU Bergakademie Freiberg die Sächsische Hans-Carl-von-Carlowitz-Gesellschaft. Diese widmet sich der Erhaltung und Weitergabe des Leitbilds ihres Rabensteiner Namensgebers, der als "Erfinder" des Nachhaltigkeitsgedankens gilt. Darauf weist sogar der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht der UNO hin. Von Carlowitz´ Werk "Sylvicultura oeconomica" aus dem Jahr 1713 wird als Leitfaden einer "weltweiten Suche für eine nachhaltige Entwicklung" genutzt. Die Antwort des Wissenschaftlers auf die zunehmenden Waldrodungen im 18. Jahrhundert war: pflügen, sähen, pflegen. Heute spricht man von Emissionsminderungen, Ressourcenschonung sowie qualitativen Wachstum und meint im Kern dasselbe wie von Carlowitz vor 300 Jahren.

Im Chemnitzer Opernhaus werden am Samstag von 9.30 bis 13 Uhr drei Personen ausgezeichnet, welche sich um diese Nachhaltigkeit verdient gemacht haben. Den Hans-Carl-von-Carlowitz-Nachhaltigkeitspreis erhält einmal ein Naturschützer und Professor der Greifswalder Universität. Der zweite Preisträger kommt aus Chemnitz´ Partnerstadt Ljubljana und war Europäischer Kommissar für Umwelt. Seine Laudatio hält der ehemalige Ministerpräsident und heutige EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Günther Oettinger. Der Sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt, wird der Laudator für Prinz El Hassan bin Talal von Jordanien sein, welcher sich vor allem für einen gemäßigten Islam und interreligiösen Dialog stark macht. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.