Die Narren lassen auf sich warten

Karneval Faschingsvereine starten an diesem Wochenende mit Verspätung in die Saison

Start ins närrische Treiben - aber mit Verzögerung. Zwar haben die fünf noch existierenden Chemnitzer Faschingsvereine am Sonntag pflichtgemäß die Rathausschlüssel von der Oberbürgermeisterin eingefordert und auch erhalten. Aber gefeiert, das wird erst später. "Der 11.11. lag in diesem Jahr ungünstig. Wir starten deshalb an diesem Samstag richtig durch", sagt Peter Neubert, der Präsident des 1. Faschingsclubs an der Chemnitz. Im Reichenbrander "Haus des Gastes" lädt der Verein (rund 70 Mitglieder ) zur Weltuntergangsparty. Sollte der Planet die düsteren Prognosen der Maya-Indianer wider Erwarten allerdings überleben, dann wird für den Faschingshöhepunkt im Februar allerdings ein neues Motto benötigt. "Dieses s geben wir bei unserer Auftaktveranstaltung bekannt", so Neubert.

Den Start in die fünfte Jahreszeit zelebrieren am Samstag auch der Klub der Karnevalisten Altchemnitz und der Würschnitztaler Carnevalsclub. Doch wenn die Karnevalisten ihrem Präsidenten Bernd Hänel zufolge ihr Leitthema erst am Abend im Gasthof "Goldener Hahn" bekannt geben wollen, gibt es bei Klaffenbachern keine Geheimniskrämerei. "Bei uns im Krystallpalast dreht sich alles um Rauchzeichen und Pistolenknall", sagt Vereins-Vize Michael Stoppke.

Beim Glösaer Carnevalsverein geht es indes erst im nächsten Jahr richtig rund. Am 2. Februar "erziehen wir die Chemnitzer zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr", so Alterspräsident Klaus Theophile mit einem Augenzwinkern. Gefeiert wird in Merkels Gaststätte in der Sandstraße. Auch der Grünaer Faschingsclub verlegt seine Aktivitäten in den Februar - allerdings eher notgedrungen. "Uns fehlt derzeit einfach eine passende Spielstätte zu Vereinspräsident Lutz Neubert.

Kaum vorstellbar übrigens, dass es in Chemnitz bis in die frühen 1950er Jahre hinein, sogar Rosenmontagsumzüge gegeben hat. Eine Wiederbelebung, halten allerdings alle fünf Faschingsvereine für einen nahezu unmöglichen Kraftakt. "Die Idee geistert allerdings schon durch den Kopf, schließlich handelt es sich dabei um Brauchtumspflege", so Lutz Neubert.