Die schöne Seide der Kunst

Ausstellung Sigrid Fuchs zeigt besondere Aquarelltechnik

Aquarelltechnik auf Seide - so hat Sigrid Fuchs ihre Arbeiten genannt, die bis zum 24. November in der Galerie Wohnmeisterhaus auf der Hainstraße zu sehen sind. "Das ist keine fachspezifische Bezeichnung in der Kunst, eher meine eigene erfundene. Sie gibt aber am besten wieder, was ich kreiere", sagt die Chemnitzer Künstlerin.

Die Liebe zu Kunst und Stoffen begleitete die heute 78-Jährige bereits in ihrer beruflichen Zeit. Sigrid Fuchs war Damenschneidermeisterin und Ingenieurin für Bekleidungstechnologie. Ihre Leidenschaft fürs Malen, speziell fürs Malen auf Seide, entdeckte sie nach der Wende. "Zunächst habe ich aus dem feinen Stoff Damenoberbekleidung, Blusen, Kleider und Jacken gefertigt. Um den Stücken einen individuellen Anstrich zu geben, fing ich an, sie zu bemalen", erzählt die Rentnerin.

Im Laufe der Jahre habe sie ihre Kunst dann weg von Kleidungsstücken und hinauf auf Seide und Leinwand gebracht. Dabei zeichne sie nicht wie herkömmlich auf einem Rahmen, sondern auf Glas. "Ich lege die Seide auf eine Glasplatte und beginne dann, sie zu verschönern", sagt Sigrid Fuchs. Diese Technik erfordere höchste Sorgfalt beim Auftragen der Farben: Ein Tropfen zu viel und das Bild verläuft und ist im schlimmsten Falle zerstört. Nach dem Bemalen der Seide sei es notwendig, die verwendeten Farben zu stabilisieren. Dazu wird das Bild mindestens drei Stunden mit heißem Wasserdampf behandelt. "Die Farben werden dadurch fixiert und erhalten ihre typische Leuchtkraft", so die Künstlerin.

Von dieser Leuchtkraft können sich die Besucher der Galerie selbst überzeugen. Über 50 Werke, die die Chemnitzer Künstlerin seit 1992 gemalt hat, sind ausgestellt. Darunter Landschaften, wie blühende Wiesen, die Wüste, alte Bäume mit kahlem Geäst oder das Meer. Aber auch Musik spielt eine Rolle: Zum 80. ihres Mannes, der Jazz-Fan ist, hat sie eine Jazzband-Serie auf Seide gezaubert.