"Die Wölfe sind zurück?"

Kunst Bronzewölfe gegen Hass und Rassismus

Foto: Harry Härtel/Härtelpress

Zehn riesige bis zu 400 Kilogramm schwere Bronzewölfe stehen heute vor dem Karl-Marx-Monument in Chemnitz. Fünf von ihnen zeigen den Hitlergruß, einige greifen an, wieder andere haben Augenbinden und sind (noch) an der Leine, am Rand stehen Mitläufer.

Waren es sogar zu wenige Wölfe?

Mit seiner Aktion "Die Wölfe sind zurück?" protestiert der Brandenburger Künstler Rainer Opolka (63) gegen zunehmenden Hass und gegen Gewalt. Seine Ausstellung mit bis zu 64 Wölfen wurde in Dresden, Berlin und Potsdam bereits von mehr als einer Viertelmillion Menschen besucht. "Ich hatte zu Anfang acht der 64 Wölfe mit Hitlergruß angefertigt und mir seitdem immer wieder die Frage gestellt, ob das nicht übertrieben war. Angesichts der jüngsten Ereignisse stelle ich mir aber mittlerweile die Frage, ob es nicht sogar zu wenige waren", sagt Rainer Opolka.

Der Hitlergruß, der auch in Chemnitz vielfach gezeigt wurde, war die Geste einer Gesellschaft, an deren Ende verbrannte Kinder, Auschwitz und 50 Millionen Tote standen. Rechtsradikale wie Björn Höcke bezeichnen sich heute auch gerne als "Wölfe". Opolka protestiert mit den Wölfen gegen Hass und Gewalt - ganz gleich ob diese von rechts oder links, von Terroristen, Neonazis, Deutschen, Ausländern oder "normalen" Straftätern ausgeht.

Umrahmt wird die Aktion von Schildern, auf denen steht:

"Wo gehetzt wird, wird später auch getreten!",

"Wölfe bitte nicht füttern!",

"Herr Maaßen und Herr Seehofer: Rechtsradikalismus ist die Mutter aller Probleme." und

"AFD / Pegida und Nazis instrumentalisieren unsere Angst und hetzen!".