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Die Zeit und das Geld

Wort zum Sonntag von Stephan Brenner

Manch einem ist jener Satz vielleicht schon in Fleisch und Blut übergegangen: "Zeit ist Geld." Berufstätige Menschen spornt er an, zügig etwas zu erledigen, von einer Tätigkeit zur nächsten zu eilen. In möglichst kurzer Zeit soll möglichst viel Geld verdient werden.

Aber genau bedacht hinkt dieser Satz. Ich kann vielleicht wirklich mehr Geld verdienen, wenn ich mich mit einer Arbeit sehr spute, wenn ich in kurzer Zeit viel leiste. Aber trotzdem kann ich die Zeit nicht einfach 1:1 mit dem Geld gleichsetzen. Geld ist zu verdienen. Die Zeit dagegen ist eine unverdiente Gottesgabe für uns. Wir erhalten sie solange wir auf der Erde leben, Tag für Tag 24 Stunden. Und wir erhalten sie nicht allein wegen des Geldverdienens.

Natürlich ist es wichtig, dass Zeit auch für den Finanzerwerb genutzt wird. Es ist wichtig, dass sich bemüht wird, die Arbeitslosigkeit abzubauen und Möglichkeiten zum Geldverdienen zu schaffen.

Aber trotzdem sollten wir den Satz "Zeit ist Geld!" lieber stecken lassen. Er strahlt eine gewisse Hektik aus und erweckt den Eindruck, als ob unsere Zeit ausschließlich fürs Geldverdienen da ist. Dabei gibt's noch viel mehr: Entspannung, Gemeinschaft, Hobby, Ehrenamt usw. Deshalb find' ich's auch gut, dass ich den Satz "Zeit ist Geld." in der Bibel nicht gefunden habe. Dafür aber den Satz: "Jedes hat seine Zeit."

Stephan Brenner, Pfarrer