Diese Instrumente sind "Made in Chemnitz"

Ausstellung "Das Herz von Chemnitz" im Industriemuseum

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Der Museumsleiter präsentiert eine Konzertina. Foto: Dirk Hanus/Museum

Seit zwei Wochen hat im Industriemuseum Chemnitz die neue Sonderausstellung "Das Herz von Chemnitz - 220 Jahre Industriekultur" geöffnet. Darin können sich die Besucher auf eine spannende Zeitreise freuen. Das Herz der Ausstellung, die bis Anfang November zu sehen ist, sind 13 Beispiele der Chemnitzer Industriegeschichte unter dem Motto "Made in Chemnitz".

Spezielle Form der Ziehharmonika

Zur Industriegeschichte der Stadt gehört aber auch die Musik. Genauer gesagt: Der Instrumentenbau. "Mit einem besonderen Exponat wollen wir zeigen, dass in Chemnitz nicht nur schwere Maschinen gebaut wurden, sondern auch schöne", kündigt Kurator Jürgen Kabus an. Er spricht von der Konzertina, einer speziellen, sächsischen Form der Ziehharmonika. Sie wurde in den 1830er Jahren von dem Chemnitzer Instrumentenbauer und -händler Carl Friedrich Uhlig entwickelt. Aus der Grundform entstanden verschiedene Varianten, darunter eine, die unter dem Namen Bandonion bekannt wurde und ab Anfang des 20. Jahrhunderts als Stimme des argentinischen Tango internationale Bedeutung erlangte. "Es gibt praktisch keinen Tango ohne Konzertina. Chemnitz trägt damit zum musikalischen Erbe bei", so Jürgen Kabus.

Alle hatten Sitz in Chemnitz

In der hiesigen Region, in Teilen Bayerns und im westdeutschen Ruhrgebiet waren Konzertinas/Bandonions bis zum Zweiten Weltkrieg die bevorzugt gespielten Ziehharmonika-Instrumente, es gab zahlreiche Vereine, Orchester und Einzelspieler. "Alle bedeutenden Hersteller hatten ihren Sitz in der Region Chemnitz, darunter die auf den Erfinder zurückgehende Firma Lange-Uhlig in Chemnitz", informiert Jürgen Kabus.