Dieses Fahrrad hat den Bogen raus

Forschung Tüftler der TU Chemnitz arbeiten am "bowbike"

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Das Gründerteam von "bowbike". Foto: TU Chemnitz/Jonas Kimme

Drei junge Tüftler der TU Chemnitz haben den Bogen raus: Sven Gläser, Hendrik Berthel und Leon Kontny entwickelten ein ultraleichtes Fahrrad, das auf den ersten Blick an das Sportgerät eines Bogenschützen erinnert.

Das Team von der TU Chemnitz

"Lediglich das Oberrohr und die Sitzstreben des Rahmens sind fest miteinander verbunden, das Unterrohr und die Kettenstreben werden durch ein straff gespanntes Seil ersetzt", berichtet Hendrik Berthel, der vor kurzem noch Sports Engineering studierte und in seiner Abschlussarbeit diese Idee vertiefte.

Gemeinsam mit dem frischgebackenen Wirtschaftsingenieur Sven Gläser und dem Maschinenbau-Studenten Leon Kontny will er mit dem sogenannten "bowbike" möglichst bald den Fahrradrahmenbau revolutionieren. "Ein Fahrradrahmen aus Carbon ist im Vergleich zu Aluminium- oder Stahlkonstruktionen federleicht", sagt Kontny.

Diese Gewichtsersparnis habe jedoch ihren Preis, denn ein Fahrrad aus Carbon ist mindestens doppelt so teuer wie ein Aluminiumfahrrad - unter anderem weil Teile aus Carbon nur selten mit einem hohen Automatisierungsgrad gefertigt werden.

Leichter Rahmen zum guten Preis

An dieser Stelle setze das neuartige Rahmen-Konzept des dreiköpfigen Gründerteams an: Die ausschließlich Zugkräfte aufnehmenden Bestandteile des Fahrradrahmens haben die Chemnitzer Nachwuchsforscher durch ein wesentlich leichteres, seilförmiges Medium ersetzt. Und der bisher von Hand aus einem Glasfaserverbundwerkstoff gefertigte obere Teil des Rahmens soll künftig durch eine neuartige Technologie kostengünstig gefertigt werden.

Dafür wird das Gründungsprojekt seit April für ein Jahr mit etwa 118.000 Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie vom Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. In den nächsten zwei Jahren wollen die Chemnitzer ihr Gründervorhaben mithilfe eines EXIST-Gründerstipendiums vorantreiben.

"Unser primäres Ziel ist es, einen in Preis-Leistung unschlagbaren Fahrradrahmen aus Kohlefasern auf den Markt zu bringen - made in Germany", sagt Gläser. "Perspektivisch soll es möglich sein, einen ökologischen Fahrradrahmen aus Biofasern und Biokunststoffen herzustellen", ergänzt Hendrik Berthel.

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