"Digitalisierung benötigt Zeit"

Handwerk Kammer stellt Konjunkturumfrage vor - Automatisierung hält vermehrt Einzug

Handwerk - klar, das beinhaltet Handgemachtes. Produkte, die mit Fingerfertigkeit und Muskelkraft hergestellt werden. Doch der Fortschritt macht auch vor Altbewährtem nicht Halt. "In unserer Vorstellung hat Handwerk immer etwas mit dem Bewahren von Traditionen zu tun. Dabei wird allzu oft vergessen, dass Handwerk auch ein Innovationsmotor ist", sagte diese Woche Frank Wagner, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz, bei der Vorstellung des aktuellen Konjunkturberichts.

Traditionsberufe passen sich an

"Es gibt mittlerweile vollautomatische Bagger, die lediglich überwacht werden müssen. Tischler können ihre Kreationen punktgenau automatisiert fräsen und Bäckermeister schneiden Kuchenstücke sogar per Ultraschall." Eines dürfe man jedoch nicht außer Acht lassen: "Die Digitalisierung vieler Branchen benötigt Zeit. Der Strukturwandel geht einher mit völlig neuen Herstellungsprozessen und Wertschöpfungsketten - das funktioniert nicht von heute auf morgen."

Mithalten angesagt

Das bestätigte auch Lars Gröer, Geschäftsführer der Druckerei Willy Gröer: "Moderne Druckmaschinen erfordern geschulte Mitarbeiter. Neben Weiterbildungen gibt es regelmäßig auch Softwareupdates, die natürlich einiges kosten. Wer da nicht am Ball bleibt und die Technik optimal ausschöpft, investiert umsonst." Die Druckerei, die auf fast 120 Jahre Firmengeschichte zurückblickt, war Gastgeber der Presseveranstaltung des Frühjahrsberichts zur Konjunktur. Dieser fiel dank des milden Winters durchweg positiv aus. Der Konjunkturindex im Kammerbezirk erreichte demnach mit 141,4 Punkten erneut einen Spitzenwert. Frank Wagner: "Das Handwerk brummt weiterhin - trotz der mittlerweile leicht getrübten Aussichten für die Gesamtwirtschaft. Die anhaltend niedrigen Zinsen, eine gute Binnennachfrage und Konzentrationsprozesse im Handwerk haben den Betrieben erneut Rückenwind gegeben."