Dilemma auf den Chemnitzer Spielplätzen

Familie Bürger sammeln Unterschriften für Verlegung der Spielstätte

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Foto: kali9/Getty Images

Eine Stadt, die wachsen will, braucht Kinder. Kinder wiederum brauchen Möglichkeiten, sich auszuleben - zum Beispiel auf Spielplätzen. In Chemnitz können einige Familien von tobenden Kindern auf eben solchen Spielplätzen nur träumen. Von über 100 Arealen im Jahr 2014 sind vier Jahre später nur noch 75 Spielstätten übrig. Einige davon teils in schlechtem Zustand.

In Reichenhain sammeln Bürger seit ein paar Wochen Unterschriften für die Verlagerung ihres Spielplatzes in Richtung Stadtteilzentrum. Mehrere Spielgeräte dort wurden auf dem Platz abgebaut und bis heute nicht ersetzt. Eine kleine Rutsche und ein Kreisel sind derzeit noch vor Ort - für die meisten Kinder wenig reizvoll. Eine Sanierung des Spielplatzes würde Mittel in Höhe von 40.000 Euro benötigen. Die sind aber aktuell nicht im städtischen Haushalt eingestellt. Somit ist eine Sanierung nicht absehbar und der Spielplatz in Reichenhain bleibt weiter unnutzbar.

Neben den Kitas sind auch Spielplätze wichtig

Als ein "großes Dilemma" bezeichnet Sabine Pester, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Chemnitzer Stadtrat die Situation. "Dass Eltern und Kinder da frustriert und verärgert sind, kann ich verstehen", sagt sie. Umso wichtiger sei es, die Spielplatzkonzeption 2025 fortzuschreiben. "Die Zeiten haben sich geändert. Wir haben wieder mehr Kinder in der Stadt, was sich nicht nur in dem Bau von neuen Kitas widerspiegeln sollte, sondern auch bei der Bereitstellung von Spiel- und Freizeitanlagen für unsere Kinder und Jugendlichen", so Pester.

Darüber hinaus sollte es auch Lösungen geben, wie es künftig geschafft werden kann, zeitnah Spielgeräte auszutauschen beziehungsweise Spielplätze zu sanieren - damit eine jahrelange Sperrung in Zukunft der Vergangenheit angehört.