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Drachenküsse zum Männertag

Veranstaltung ScienceSlam bietet geistreiche Alternative zum Bollerwagen

Das Märchen vom Froschkönig kennt jedes Kind: Mit brachialer Gewalt der Prinzessin wird hier ein hübscher Kerl aus seiner Froschgestalt befreit. Dass es auch schon mal andersherum läuft, weiß Stefanie Weiß. Die Mitarbeiterin für deutsche Literatur des Mittelalters an der TU Chemnitz untersucht für ihre Doktorarbeit einen alten Artus-Roman - und da muss Ritter Lanzelet einen Drachen küssen, der sich als hübsche Prinzessin entpuppt. Das Motiv der "Drachenküsse" will sie am morgigen Donnerstag beim Science Slam im Fritz-Theater (Kirchhoffstraße 34-36) vorstellen.

Damit ist sie eine von fünf Nachwuchswissenschaftlern, die bei diesem Wettbewerb antreten. "Für die Präsentation ihrer Forschung haben die Wissenschaftler höchstens zehn Minuten Zeit", erklärt Jens Mühlstedt, selbst Mitarbeiter der TU Chemnitz und Moderator des Formats in Chemnitz. Seit knapp fünf Jahren werden die Science Slams in Chemnitz durchgeführt, Dutzende von Forschern haben sich hier schon präsentiert: Die Wissenschaft soll hinaus in die Stadt - das ist die Idee. Deshalb die strenge Zeitvorgabe und das Streben nach Verständlichkeit: "Der Laie soll begreifen, was die Forscher antreibt", so Mühlstedt. Fünf werden das morgen versuchen - die geistreiche Alternative zur Männertags-Tour.

Neben Stefanie Weiß sind unter anderem ein Maschinenbauer und ein Arbeitswissenschaftler dabei, hinzu kommen zwei Gäste aus Sachsen-Anhalt. Am Ende bestimmt das Publikum einen Sieger. Doch Gewinner sind beim Science Slam alle: Die Wissenschaftler, die sich auf die Bühne trauen, und das Publikum, das bestimmt nicht dümmer das Fritz-Theater verlässt.

20 Uhr geht's los, Karten können im Fritz-Theater und in der Buchhandlung Universitas auf dem Campus gekauft werden.