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Drahtesel sollen mobiler machen

Aktion Flüchtlingsrat sucht Fahrräder für geflohene Menschen

Mobil sein: Das ist für viele von uns eine Selbstverständlichkeit. Ob Auto, Fahrrad, Bus oder Bahn - wir bewegen uns locker durch die Stadt zu Terminen und Verabredungen. Flüchtlinge haben es da nicht ganz so leicht. "Die finanziellen Möglichkeiten sind doch ziemlich beschränkt", weiß Cedric Mikus: "Und gleichzeitig ist es sehr wichtig, dass sie ihre Behördengänge, beispielsweise zum Sozialamt, pünktlich wahrnehmen." Mikus ist seit kurzem Sozialarbeiter beim Sächsischen Flüchtlingsrat. Dieser will jetzt Flüchtlinge in der Stadt mobil machen. "Gemeinsam mit geflohenen Menschen wollen wir alte Fahrräder fit und verkehrstauglich machen", erklärt er: "Die Teilnehmer können dann ihr persönliches Rad mitnehmen." Bereits 2014 habe es eine ähnliche Aktion gegeben, so Mikus. Rund 40 Flüchtlinge nahmen damals ein Fahrrad mit: "Die Leute vom Vorjahr kommen immer wieder mal in die Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt in der Bernsdorfer Straße - von daher wissen wir, dass noch viele mit den Rädern unterwegs sind." Das persönliche Eigentum wirke sich positiv für die Räder aus - dies sei besser, als beispielsweise Gemeinschaftsfahrräder für die Sammelunterkünfte zu bauen, um die sich dann niemand richtig kümmere. Am 11. Juli sollen in diesem Jahr verkehrstüchtige Räder entstehen. Die Aktion ist im Umweltzentrum auf dem Kassberg (Henriettenstraße 5) geplant. Dort gibt es ebenfalls eine Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt mit den notwendigen Ersatzteilen und Werkzeugen. Doch noch werden ungenutzte Fahrräder gesucht: "Gefragt sind nicht High-End-Räder, sondern welche, die mit leichten Reparaturen wieder verkehrssicher gemacht werden können", erklärt Mikus.



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