Drift-on-Ice-Serie rockte Küchwald-Eisstadion

Motorsport Motorrad-Action in der Eishalle

Spezial-Bike mit speziell präparierten Reifen. Foto: Thorsten Horn

Auch in diesem Jahr wurde es in der Eissporthalle des Eissportzentrums im Chemnitzer Küchwald wieder laut. Dafür Sorge trug erneut die sechs Läufe umfassende Rennserie "Drift on Ice". In den einzelnen Motorradrennen gingen neun Fahrer aus sechs Nationen in Gruppen zu jeweils drei Fahrern aufs Eis und kämpften in einem ausgeklügelten Startplatz- und Punktesystem Mann gegen Mann.

Gefahren wird mit im Wesentlichen gewöhnlichen 500-ccm-Einzylinder-Speedway-Motorrädern, an deren Räder rund 750 zirka fünf Millimeter hohe Schrauben(-Köpfe) angebracht sind und so für den nötigen Vortrieb sorgen. Nach dem Rennen Samstag in Jonsdorf in der Oberlausitz stand in Chemnitz das alles entscheidende Finale der Eis-Drifter mit ihren für dieses Motorsport-Spektakel adaptierten Speedway-Bikes an. Dabei sich mit Ronny Weis und Richard Geyer vom Promoterverein MC Meißen, dem Polen Wojciech Lisiecki sowie dem Finnen Tero Aarnio noch vier Fahrer Chancen auf den Titel ausrechnen durften.

Beim Heimspiel Titel perfekt gemacht

In Chemnitz gewann zwar der 20-jährige Richard Geyer das Rennen, doch sein motorsportlicher Ziehvater, der doppelt so alte Ronny Weis mit Platz zwei im alles entscheidenden Finale den Titel. Dieser hing allerdings noch einmal am seidenen Faden. "Gestern ist mir eine Viertelstunde vor Rennbeginn beim Warmlaufen des Motors selbiger kaputt gegangen. Das notwendige Ersatzteil oder gar einen Ersatzmotor hatten wir nicht dabei, sodass ich den Titel schon fast abgeschrieben habe. Nur mit viel Glück und Improvisation ist es uns gelungen, den Motor notdürftig zu reparieren - und am Ende hat er sogar gehalten", erklärte der Meißener Routinier.

Nachdem er den Titel in Chemnitz eingetütet hatte, ergänzte er dazu: "Als wir vor ein paar Jahren mit der Serie angefangen haben, wurden wir oft belächelt und nun haben wir Anfragen von Fahrern aus aller Herren Länder, jüngst sogar aus England. Das Finale versuchen wir immer an einem anderen Ort auszutragen, wobei wir in diesem Jahr mit Chemnitz wieder eine gute Wahl getroffen haben. Es hätten zwar gern ein paar Zuschauer mehr sein können, schließlich haben wir viel Werbung hier gemacht. Aber in einer Großstadt mit großem Freizeitangebot ist das halt immer schwierig. Trotzdem ist Chemnitz immer eine schöne Veranstaltung, eine schöne Halle, tolle Zuschauerplätze und so weiter. Es ist ja nur rund 60 Kilometer von uns Zuhause entfernt und damit unsere Heimveranstaltung."

Farbtupfer kommt extra aus Finnland

Tero Arnio war erstmalig in Deutschland am Start. Da es in seinem Heimatland jede Menge zugefrorene Seen, das gern auch Land der tausend Seen genannt wird, gibt, erkundigte sich der Speedway-Vollprofi bei seiner ersten Kontaktaufnahme mit dieser Sonderform des Motorsports über die Kurvenradien der per Pylonen abgesteckten Strecke und kann so nahezu täglich trainieren. "Das ist ein gutes Wintertraining für mich", erklärt der reisefreudige Skandinavier, der im Sommer in den starken Speedway-Ligen in Schweden und England unterwegs ist. Neben dem Speedway-Nachwuchs mit 50-ccm-Maschinen bildeten die Quadfahrer das Rahmenprogramm und sorgten ebenfalls für jede Menge Action.