Ehemaliger Paprikaturm erhält Gedenktafel

Projekt Chemnitzer gedenken ungarischen Vertragsarbeitern

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Der Ungarische Kulturverein hat am Seaside Hotel an der Bernsdorfer Straße eine Gedenktafel aufgestellt. Foto: Andreas Seidel

Das heutige Seaside Hotel an der Bernsdorfer Straße war im Volksmund lange Zeit als "Paprikaturm" bekannt. Es diente von 1967 bis 1983 ungarischen Vertragsarbeitern als erstes Zuhause in ihrer neuen Heimat. Seit Donnerstag trägt das Gebäude eine Gedenktafel mit der Aufschrift "50 Jahre ungarische Vertragsarbeiter". Zur feierlichen Einweihung kam Ungarns Botschafter Péter Imre Györkös nach Chemnitz.

Ein Projekt des Ungarischen Kulturvereins Chemnitz und Umgebung

Initiator des Projekts ist der Ungarischer Kulturverein Chemnitz und Umgebung, der sich die Vermittlung und Pflege der ungarischen Kultur auf die Fahnen schreibt. Dazu gehören unter anderem die Organisation von Aufführungen, Festivals, Ausstellungen, Konferenzen, Bildungskursen und Lesungen sowohl in deutscher als auch in ungarischer Sprache sowie die Förderung des Zusammenhaltes der Menschen mit ungarischer Abstammung aus Chemnitz und Umgebung. Auch Unterricht der deutschen Sprache für aus Ungarn zugezogene Kinder, Jugendliche und Erwachsene und Unterricht der ungarischen Sprache als Fremdsprache gehören zu den Zielen.

Gegründet vor sieben Jahren

Der Verein wurde 2010 von Mihály Szücs gegründet, hat heute um die 100 Mitglieder und veranstaltet unter anderem ungarische Stammtische und einen Kulturabend am 4. November im Silbersaal. Am 12. Oktober wird zudem eine Ausstellung im Tietz unter dem Titel "Ungarische Spuren in Chemnitz" eröffnet.

"Die Ausstellung arbeitet die Geschichte ungarischer Zuwanderung am Beispiel von Chemnitz auf", informiert Katalin Géczi vom Verein. Viele Ungarn, die heute in Chemnitz leben, seien vor 50 Jahren als Vertragsarbeiter aus dem sozialistischen Bruderland Ungarn in die DDR gekommen. Doch es habe auch davor Zuwanderer gegeben und gebe sie noch heute.