Ein 19-Jähriger und sein Wohnzimmer-Unternehmen

Vorstellung "Eric's Rare Guitars" mitten im Ortsteil Sonnenberg

Eric Lenz ist Schüler, Bankkaufmann und Unternehmer. Foto: Kim Hofmann

Er ist 19 Jahre alt, holt derzeit sein Abitur nach - und hat sein eigenes Unternehmen. Seit dem Juni 2016 verkauft Eric Lenz aus Chemnitz seltene und wertvolle Gitarren aus seinem Wohnzimmer an Kunden aus aller Welt. Doch die Klampfen sind schon viel länger ein wichtiger Bestandteil seines Lebens, so wirkt er auch als Gitarrist bei der Band "The Six Pickles" mit.

"Ich hatte Gitarren schon immer gern. Aber mein privates Budget war einfach zu erschöpft, um mehr zu kaufen", lacht er. Und so kauft er unter "Eric's Rare Guitars" limitierte, seltene, wertvolle und besondere Gitarren aller Marken weltweit, um sie dann zu reparieren und aufzubereiten, damit sie wieder verkauft werden können. Ein System, nach welchem er die Instrumente kauft, habe er nicht. "Ich kaufe einfach das, was mir gefällt."

Wohnzimmer-Unternehmer im Ortsteil Sonnenberg

Als Raum dient ihm momentan das Wohnzimmer seiner Zwei-Raum-Wohnung auf dem Sonnenberg. "Natürlich strebe ich irgendwann auch mal einen eigenen Laden an. Der soll aber genau wie hier das "Home-Flair" haben. Kunden sollen sich wohlfühlen, mit mir quatschen und Kaffee trinken können, bevor sie in eine Gitarre investieren - oder eben nicht."

Hinter einem Unternehmen steckt aber noch viel mehr, denn die Gitarren müssen vor dem Verkauf aufbereitet werden, das heißt beispielsweise neue Saiten aufgespannt oder kleine Reparaturen vorgenommen werden. Auch die professionelle Fotografie der Stücke und der Verkauf, der momentan noch über ebay abgewickelt wird, muss organisiert werden. All das stemmt Eric Lenz ganz allein. Einzig beim Filmen der Promo-Videos unterstützt ihn ein Freund.

Und woher nimmt ein 19-Jähriger das Geld? "Man kann es momentan als Zubrot verstehen", erklärt der junge Unternehmer. "Alles wird reininvestiert. Und dann hofft man natürlich, dass es sich lohnt." Bei Angelegenheiten wie Buchführung oder Jahresabschlüssen kommt ihm seine abgeschlossene Ausbildung als Bankkaufmann zu gute.

Auf die Frage hin, ob er wehleidig sei, die seltenen Stücke weiterzuverkaufen, zeigte sich Lenz nicht traurig. "Bis ich eine Gitarre verkauft habe, vergehen im Durchschnitt drei Monate", meint er. "Irgendwann habe ich mich dann einfach satt gesehen." Die bisher teuerste Gitarre, mit der er einen neuen Besitzer glücklich gemacht hat, sei eine E-Gitarre von der Marke Fender gewesen. Für 4.000 Euro ging sie über den "Ladentisch".

Sein Kundenkreis beschränkt sich auch schon längst nicht mehr auf Europa. "Ich habe sogar schon eine Gitarre nach Japan verschickt", sagt der Chemnitzer.

Tipps für frische Jungunternehmer

Lenz hat auch einige Tipps für junge Einsteiger ins Business parat. "Man sollte bei dem, was man tut, überzeugt sein. Und auch bereit für das Risiko." Hinzu kommt, dass es auch oft nicht einfach sei, mit Kunden zu verhandeln oder niedrige Angebote zu bekommen. "Da muss man sich einfach ein dickes Fell wachsen lassen", lacht er.

Wer nun einige Fragen an den jungen Unternehmer hat oder einfach gern mehr Tipps hätte, kann ihn auch bei der Berufs-und Studienmesse am 22. April in Chemnitz treffen. Dort wird er mehrere Vorträge halten.