Diagnose ME/CFS: Ein Buch, das Mut macht & Hoffnung in die Welt trägt

Seine Erlebnisse, die Tränen, den Kampf und den Moment der Befreiung hat Christoph Bauer in dem Buch „Jenseits des Unmöglichen – Befreit von ME/CFS – eine wahre Heilungsgeschichte“ zusammengefasst.

Chemnitz

Wenn Christoph Bauer heute die Laufschuhe schnürt und kilometerweit durch die Region läuft, erinnert nichts mehr an den Mann, der noch vor wenigen Jahren hilflos im Bett lag.

Die damalige Diagnose hatte fünf Buchstaben und lautete: ME/CFS. Diese chronische, neuroimmunologische Erkrankung traf den Familienvater wie ein Schlag und riss ihn vollumfänglich aus seinem gewohnten Lebensalltag. „Es gab Tage, da war selbst der Weg zur Toilette wie die Besteigung des Mount Everest“, erinnert sich der 37-Jährige an die schwerste Zeit seines Lebens.

Trotz tiefster Qualen gab Christoph nie die Hoffnung auf und hielt an seinem Glauben an Jesus fest.

Ein Spaziergang, viele Worte

Drei Jahre nach dem absoluten Tiefpunkt lief er einen Marathon. Eine Leistung, die nicht nur körperlich, sondern vor allem mental eine Sensation darstellt. BLICK.de-Redakteur Marcus Hengst ging mit Christoph Bauer im idyllischen Harthauer Wald spazieren und sprach mit ihm über das Buch, seine erste Lesung sowie ein neues Versprechen.

BLICK: Christoph, Du hast uns nach dem Marathon versprochen: „Ich werde über diese verrückten letzten fünf Jahre ein Buch schreiben.“ Wie ist der aktuelle Stand?

Christoph: Mission complete – das Versprechen ist eingelöst! Das fertige Exemplar in den Händen zu halten, berührt mich sehr. Es ist definitiv ein Meilenstein auf einer Reise, die in den dunkelsten Qualen von ME/CFS begann, mit dem gelaufenen Kulturhauptstadt-Marathon in Chemnitz einen neuerlichen Höhepunkt fand und heute noch lange nicht beendet ist.

BLICK: Der Satz „Ich werde irgendwann ein Buch schreiben“ geht leicht über die Lippen, aber die Umsetzung ist ein großer Berg Arbeit. Wie bist Du vorgegangen, um alle Deine Erinnerungen auf Papier zu bringen?

Christoph: Die Wunderheilung war am 25. August 2022. Im folgenden Winter und darüber hinaus habe ich viele der schmerzhaften Erlebnisse der vorangegangenen drei Jahre auf digitalem Papier festgehalten. Danach hatte das Projekt eine längere Pause, ehe ich in der Elternzeit nach der Geburt meines zweiten Sohnes Anfang 2025 die Schreibarbeit wieder aufnahm und das Buch später finalisieren konnte.

BLICK: Hast Du für das Buch eigentlich auch Interviews geführt?

Christoph: Klassische Interviews weniger. Das Buch ist kein medizinischer Ratgeber, sondern eine persönliche Lebensgeschichte, welche die Grenzen des gewöhnlichen Denkens sprengt. Neben Thomas Georgi (Anmerkung der Redaktion: Gründer von „CampFire Schneeberg“), der das Vorwort schrieb, kommen auch meine Frau, mein Vater sowie meine Geschwister kurz zu Wort.

„Meine erste Lesung war ein Heimspiel.“

BLICK: Gab es Momente während der Arbeit als Autor, wo Du den Kopf hättest in den Sand stecken können?

Christoph: Tatsächlich nicht. Ich spürte schon 2021 den Impuls Gottes, über diese Phase zu schreiben – wohlgemerkt ein Jahr vor der medizinisch eigentlich unmöglichen Heilung. Mein Vater kann bestätigen: Ich lag damals im Krankenbett und wusste noch nicht, was ich alles berichten würde, weil die größten Qualen noch vor mir lagen. Aber für mich stand fest: Gottes Pläne scheitern nicht. Er führt aus, was er verspricht.

BLICK: Dein Buch ist seit Ende Juni auf dem Markt und Du hast bereits eine erste Lesung gegeben. Was war das für ein Gefühl für Dich und bist Du überrascht, dass es letztlich doch irgendwie schnell mit der Publikation ging?

Christoph: Die erste Lesung bei der 10-Jahres-Feier von „CampFire Schneeberg“ war wundervoll und zugleich irgendwie ein Heimspiel. Fast die Hälfte der Anwesenden kannte zumindest einen kleinen Teil meiner Geschichte. Hinterher ein paar Bücher zu signieren, diverse tiefere Gespräche zu führen und Menschen zu ermutigen, war wundervoll. Und ja, die Veröffentlichung schon diesen Sommer war eine echte Überraschung. Ein erster Verlag hatte mir weit vorher nur den Herbst 2027 in Aussicht gestellt.

Ein neues Versprechen

BLICK: Warum sollte man Dein Buch lesen bzw. welche Botschaft möchtest Du mit dem Buch verbreiten?

Christoph: Weil ich den Blick des Lesers auf eine Hoffnung richte, die häufig nicht in unserem Denken und unseren Herzen verwurzelt ist. Ich habe versucht, die physischen wie psychischen Schmerzen während der ME/CFS-Erkrankung ungeschönt und ehrlich zu dokumentieren – nicht, um zu schockieren, sondern damit der Leser greifen kann, wie absolut ausweglos die Situation schien, bevor das Wunder geschah.

Das Buch ist ein Mutmacher für jeden, der sich in einer vermeintlich hoffnungslosen Lage befindet – sei es durch Krankheit, eine Lebenskrise oder anderweitige Sorgen. Es ist ein Hoffnungszeichen für alle, die an Grenzen stoßen, wo Ausweglosigkeit besteht, oder für die Wissenschaft keine Antworten mehr hat.

Meine Botschaft ist sehr persönlich: Ich glaube nicht nur an einen Gott, der jede noch so unmöglich erscheinende Situation verändern kann – ich habe ihn genau so erlebt, und zwar nicht nur einmal. Ich möchte den Menschen sagen: Gebt niemals auf. Es gibt eine Kraft, die jenseits unseres Verstandes liegt.

BLICK: Zum Schluss die Frage: Mit welchem Versprechen beenden wir dieses Gespräch und unseren Spaziergang?

Christoph: Letztes Mal versprach ich das Buch – heute verspreche ich, dass ich diese Hoffnung in die Welt tragen werde. Ob durch Lesungen, Vorträge, den neuen Instagram-Kanal oder das nächste sportliche Projekt: Ich werde die Füße, die mich einst nur noch mit größter Mühe zur Toilette trugen, dafür nutzen, um Gottes Kraft in der Welt spürbar zu machen.

BLICK.de bedankt sich für das interessante und aufschlussreiche Interview und wünscht alles Gute für die Zukunft!

Informationen zum Buch:

Titel: Jenseits des Unmöglichen

Untertitel: Befreit von ME/CFS - eine wahre Heilungsgeschichte

Autor: Christoph Bauer

Verlag: king2come

Preis / ISBN: 15,80 € / 978-3-98602-115-3

Aktuelles: Instagram-Account @jenseits.des.unmoeglichen

Offline-Kauf: Alpha Buchhandlung (Hans-Sachs-Straße 37, 09126 Chemnitz)

Anfragen für Lesungen / Vorträge: [email protected]

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich