Ein Chemnitz zum Fühlen

Soziales Neues Tastmodell für Blinde und sehbehinderte Menschen

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Kathrin Gießner (vorn) und die anderen Mitglieder vom Chor Kaleidoskop vom SFZ Förderzentrum Chemnitz erkunden das Modell mit ihren Händen. Foto: Toni Söll

Auf Fingerkuppen durch die Straßen der Chemnitzer Innenstadt spazieren: "Wir möchten ein Chemnitz zum Fühlen, Sehen und Begreifen für Jedermann", sagt Sabine Sieble von der Bürgerstiftung für Chemnitz, die in dieser Woche ihr Tastmodell vorstellte.

Durch Spenden von Bürgern, Unternehmen und eine Förderung des Freistaates Sachsen konnte das Projekt realisiert werden. Das Modell ist ein aus Bronze hergestelltes Abbild der Chemnitzer Innenstadt. Im Maßstab 1:750 ist eine Momentaufnahme aus dem Jahr 2016 angefertigt worden. Kleine Punkte in Blindenschrift geben notwendige Erläuterungen zu wichtigen Gebäuden, Straßen und Plätzen.

Eine Hilfe für Blinde und Sehbehinderte

Mit einem Tastmodell können blinde und sehbehinderte Menschen ihre Stadt ertasten, erfühlen und Details an den Gebäuden ergreifen. "Das ist eine gute Hilfe zur Orientierung und Sensibilisierung, aber auch ein Erlebnis für alle", so Sabine Sieble. Das ein Meter mal 1,50 Meter große Modell aus Bronze soll auch Gästeführern und Touristengruppen als Ausgangspunkt für Führungen dienen. Ebenso könnten Kinder die Stadt spielerisch erkunden. Erstellt wurde es von dem Künstler Egbert Broerken im Wachsausschmelz-Verfahren.

Künftig soll das Modell am Eingang des Rathauses am Neumarkt aufgestellt werden. Wann das der Fall ist, war bis gestern allerdings noch unklar, denn: Bei der Endmontage hat sich herausgestellt, dass die Maße der Verbindung zwischen Sockel und Platte nicht übereinstimmen. "Um niemanden durch die lose aufliegende Metallplatte zu gefährden, wird diese vorerst wieder abgenommen, bis eine sichere Verankerung auf dem Sockel gewährleistet ist", so die Stadtverwaltung. Dieses Problem müsse nun vom Künstler selbst behoben werden.