Ein Fahrstreifen statt zwei: Chemnitz stellt den Innenstadtverkehr neu auf

Umbau startet im Februar - Bürgerinfoveranstaltung am 28. Januar

Chemnitz

Das Chemnitzer Modell steht seit mehr als 20 Jahren für eine moderne und umsteigefreie Verbindung zwischen dem Stadtzentrum von Chemnitz und der umliegenden Region. Mit den bereits umgesetzten Stufen 0, 1 und 2 ist es heute möglich, die Städte Stollberg, Burgstädt, Hainichen, Mittweida und Aue direkt von der Zentralhaltestelle aus zu erreichen. Nun folgt mit der Stufe 4 ein weiterer Schritt, der künftig eine direkte Straßenbahnverbindung zwischen Limbach-Oberfrohna und dem Chemnitzer Stadtzentrum schaffen wird.

Baubeginn im Stadtzentrum ab 2. Februar

Am 2. Februar beginnen die ersten Bauarbeiten für die Stufe 4 des Chemnitzer Modells. Betroffen sind zunächst der Falkeplatz sowie die Mühlenstraße im Stadtzentrum von Chemnitz. Verantwortlich für die Umsetzung sind der Verkehrsverbund Mittelsachsen gemeinsam mit der Stadt Chemnitz und der Chemnitzer Verkehrs-AG. Mit dem Start der Arbeiten beginnt zugleich die Norderweiterung des Chemnitzer Modells in Richtung Limbach-Oberfrohna.

Die Stufe 4: Größtes Projekt des Chemnitzer Modells

Mit einer Länge von rund 16 Kilometern ist die Stufe 4 die bislang umfangreichste Ausbaustufe des Chemnitzer Modells. Nur ein kleiner Abschnitt der Strecke nutzt eine frühere Eisenbahntrasse, die reaktiviert werden soll. Der überwiegende Teil wird als neue Straßenbahnstrecke errichtet. Geplant ist eine Führung vom Chemnitzer Stadtzentrum über die Brückenstraße und die Theaterstraße, weiter über die Hartmannstraße und entlang der Leipziger Straße bis zum Chemnitz Center an der Bundesautobahn A4 und anschließend nach Limbach-Oberfrohna.

Starke Verbindung für Stadt und Umland

Mit der Umsetzung der Stufe 4 erhält die Stadt Limbach-Oberfrohna eine schnelle, leistungsfähige und direkte Anbindung an das Chemnitzer Stadtgebiet, an das Chemnitz Center sowie an den überregionalen Schienenverkehr. Für den gesamten Verdichtungsraum besitzt dieses Projekt eine besonders hohe Bedeutung, da große Wohn- und Gewerbegebiete besser erschlossen und enger mit dem Oberzentrum Chemnitz verbunden werden.

Planungen seit 2020

Die Planungen für den Ausbau in Richtung Leipziger Straße und Limbach-Oberfrohna wurden bereits im Jahr 2020 aufgenommen. Im November 2021 beschloss der Chemnitzer Stadtrat die sogenannte Vorzugsvariante und schloss damit die Vorplanung ab. Festgelegt wurde, dass die neue Straßenbahntrasse überwiegend in Mittellage auf einem besonderen Gleiskörper mit Rasengleis entstehen soll.

Erster Bauabschnitt im Chemnitzer Stadtzentrum

Der erste von insgesamt vier Planfeststellungsabschnitten betrifft das Stadtzentrum von Chemnitz. Er umfasst den Bereich vom Falkeplatz über die Theaterstraße bis zur Einmündung der Hartmannstraße sowie weiter bis zur Kreuzung mit der Leipziger Straße.

Künftig je Fahrtrichtung nur noch ein Fahrstreifen

Für den Autoverkehr bedeutet der Umbau: Abschnittsweise steht künftig je Fahrtrichtung nur noch ein Fahrstreifen zur Verfügung. Der Radverkehr wird auf eigenen Radfahrstreifen parallel zur Fahrbahn geführt wird. Ergänzt wird die neue Verkehrsanlage durch breite Gehwege. Zusätzlich wird eine neue Verbindung zur bestehenden Straßenbahntrasse in der Straße der Nationen hergestellt, die ebenfalls über die Theaterstraße bis zur Hartmannstraße führt.

Umfassende Erneuerung der Verkehrsinfrastruktur

Im Zuge der Bauarbeiten werden nicht nur neue Straßenbahngleise verlegt. Auch Fahrbahnen, Fußwege und Radverkehrsanlagen werden grundlegend erneuert. Nach Abschluss der Arbeiten wird die City-Bahn im 30-Minuten-Takt zwischen Chemnitz und Limbach-Oberfrohna verkehren. Gleichzeitig wird die CVAG auf dem Abschnitt bis zum Chemnitz Center einen 10-Minuten-Takt anbieten.

Verkehrsführung während der Bauarbeiten am Falkeplatz

Während der ersten Bauphase ab dem 2. Februar 2026 wird am Falkeplatz zunächst ein sogenanntes Baugleis verlegt, um die Einschränkungen für den Straßenbahnverkehr während der weiteren Bauzeit möglichst gering zu halten. Die Straßenbahnlinie 1 verkehrt in dieser Zeit zwischen der Endstelle Schönau und der Haltestelle Reichsstraße. Für Fahrgäste mit dem Ziel Zentralhaltestelle wird ab der Haltestelle Marianne-Brandt-Straße ein Ersatzverkehr eingerichtet. Dieser bedient die Haltestellen Marianne-Brandt-Straße und Reichsstraße in beide Richtungen und fährt anschließend über die Zentralhaltestelle mit den Steigen 11 und 9 sowie über den Roten Turm zurück.

Der Umstieg in den Ersatzverkehr wird an der Haltestelle Marianne-Brandt-Straße empfohlen, da Straßenbahn und Ersatzbus dort am gleichen Bahnsteig halten und der Umstieg im Fahrplan berücksichtigt ist. Die Haltestelle Falkeplatz/Museum Gunzenhauser entfällt während der Bauarbeiten ersatzlos. Der Umstieg zwischen den Straßenbahnlinien 1 und 4 erfolgt an der Zentralhaltestelle. Die Linie 4 sowie alle Buslinien verkehren weiterhin auf ihrem regulären Linienweg.

Weitere Bauphasen bis Mai 2026

Bis voraussichtlich Ende Mai 2026 schließen sich weitere Unterbauphasen an, in denen es zeitweise zu zusätzlichen Einschränkungen auf den Straßenbahnlinien 1 und 4 kommen kann. Auch Ersatzverkehre sowie Anpassungen einzelner Buslinien sind in diesen Zeiträumen möglich. Die CVAG wird ihre Fahrgäste jeweils rechtzeitig über die aktuellen Änderungen informieren.

Sperrung der Mühlenstraße und Busumleitungen

Ebenfalls ab dem 2. Februar 2026 wird die Mühlenstraße im Bereich der Kreuzung mit der Brückenstraße und der Theaterstraße vollständig gesperrt. Die Sperrung wird voraussichtlich bis Juni 2026 andauern. In diesem Zeitraum werden die Buslinien 51 und 79 umgeleitet.

Die Linie 51 fährt in Richtung Zentralhaltestelle über die Georgstraße und die Bahnhofstraße, wobei die Haltestellen Am Stadtbad und Stadthalle entfallen. In Richtung Zeisigwald beziehungsweise Yorkgebiet erfolgt die Umleitung über die Brückenstraße, die Straße der Nationen und die Georgstraße, wobei die Haltestelle Am Stadtbad nicht bedient wird. Die Linie 79 wird in Richtung Zentralhaltestelle über die Georgstraße und die Straße der Nationen geführt, wodurch ebenfalls die Haltestellen Am Stadtbad und Stadthalle entfallen. In Richtung Küchwald erfolgt die Umleitung über die Brückenstraße, die Straße der Nationen und die Georgstraße, wobei auch hier die Haltestelle Am Stadtbad entfällt. Alle Haltestellen entlang der geänderten Linienführungen werden regulär bedient.

Bürgerinfoveranstaltung am 28. Januar

Detaillierte Informationen für alle Interessierten zum Bauablauf gibt es am 28. Januar im Carlowitz Congresscenter. Zwischen 17 und ca. 19 Uhr laden VMS, Stadt Chemnitz und CVAG zur großen „Bürgerinfoveranstaltung CM 4 Bahnring“ ein.

Aktuelle Informationen online abrufbar

Ausführliche Informationen zu den Bauarbeiten, zu veränderten Linienführungen sowie zu Ersatzverkehren stellt die CVAG auf ihrer Internetseite bereit.

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