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"Ein Gebot der Menschlichkeit"

Meisterfeier Flüchtlingspolitik auch im Handwerk ein Thema

Festredner Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a.D., gratulierte am Samstag in der Stadhalle den frischgebackenen Meistern und warnte vor einer grassierenden Akademisierung, die auch in Deutschland zunehme und der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes eher schade. Er plädierte zugleich für den Erhalt des dualen Ausbildungssystems und des Meisterbriefes. Diese mittelständische Ausbildung nannte er das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Der im Jahr 2004 eingeleitete Wegfall der Meisterpflicht in vielen Handwerksberufen sei ein Fehler gewesen.

Mit einem deutlichen Appell zum Erhalt des Meisterbriefes wandte sich auch Dietmar Mothes, Präsident der Handwerkskammer, an die Verantwortlichen der EU. Gemeinsam mit den Jungmeistern schickte er in einer öffentlichkeitswirksamen Aktion vor der Stadthalle unzählige Unterschriftskarten "Ja zum Meisterbrief" auf den Weg nach Brüssel. Gleichzeitig nahm der Präsident zur aktuellen Flüchtlingspolitik Stellung: Er sehe in den Flüchtlingen keine Bedrohung. Es sei ein Gebot der Menschlichkeit, ihnen eine Zukunft zu bieten. Das Handwerk suche händeringend Fachkräfte, deshalb gehöre zur Willkommenskultur auch eine Ausbildungsinitiative. Sie schließe einen intensiven Deutschunterricht, eine Verkürzung der Asylverfahren und ein sicheres Aufenthaltsrecht für einen bestimmten Zeitraum ein. Das Publikum stimmte ihm mit spontanem Applaus zu. Den jungen Meistern gab Mothes mit auf den Weg, den Generationsvertrag Meister-Lehrling verantwortungsbewusst weiterzuführen. Das hat sich auch Konditormeisterin Tina Bacher vorgenommen. Nach ihrer Entscheidung für einen Handwerksberuf gefragt, schwärmt sie: "Ich kann jeden Abend sehen, was ich am Tag geschaffen habe und mein Tagwerk genießen."



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