Ein Jahr danach: So lief der Demosonntag in Chemnitz ab

Blaulicht Polizei fasst zusammen: Drei Straftaten, darunter der Hitlergruß

Die Polizeidirektion Chemnitz führte gestern anlässlich zahlreicher Veranstaltungen sowie mehrerer Versammlungen einen umfangreichen Polizeieinsatz durch. In der Innenstadt fand das Bürgerfest sowie die Veranstaltung "Sunday of Summer" statt.

Unter dem Motto "Herz statt Hetze" fanden sich im Bereich Straße der Nationen/Brückenstraße nach Einschätzung der Versammlungsbehörde etwa 100 Menschen zusammen. In der Spitze bis zu 300 Menschen versammelten sich ab 18 Uhr am Johannisplatz, um unter dem Motto "Nie wieder!" Protest in Sicht- und Hörweite zum Aufmarsch von Pro Chemnitz zu leisten.

Hitlergruß gezeigt und festgenommen

Ab 18 Uhr versammelten sich auf dem Parkplatz DAStietz die Teilnehmer der Versammlung von Pro Chemnitz. Einer Auftaktkundgebung schloss sich ein Aufzug über die Reitbahnstraße - Bernsdorfer Straße - Lutherstraße - Hans-Sachs-Straße - Augustusburger Straße - Bahnhofstraße zurück zum Ausgangspunkt an. Am Rande des Aufzuges von Pro Chemnitz kam es zu vereinzelten, verbalen Protesten von Passanten und Anwohnern. Nach Einschätzung der Versammlungsbehörde nahmen rund 450 Personen teil. Gegen 21.15 Uhr wurde die Versammlung für beendet erklärt.

Im Zusammenhang mit dem Versammlungsgeschehen hat die Polizei mit aktuellem Stand drei Strafanzeigen aufgenommen. Ein 19-Jähriger hatte am Versammlungsort von Pro Chemnitz den Hitlergruß gezeigt. Er wurde mit dem Ziel der Durchführung des beschleunigten Verfahrens vorläufig festgenommen. Die Polizei ermittelt wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Zudem ermittelt die Polizei gegen zwei Männer (31, 47), die sich offenbar gegenseitig beleidigten.

Polizei untersagt Versammlungen an Gedenktafel von Daniel H.

Gegen 21 Uhr näherten sich sieben Personen dem Gedenkort in der Brückenstraße, um dort Kerzen aufzustellen. Um zu unterbinden, dass Versammlungen den Tatort für ihre Zwecke instrumentalisieren, wurde dies durch die Versammlungsbehörde untersagt. Den Personen wurde ein Platzverweis ausgesprochen. Die Polizei war auch in den Abend- und Nachtstunden im Chemnitzer Stadtgebiet präsent.

Die Polizeidirektion Chemnitz wurde von Kräften anderer sächsischer Polizeidienststellen, von der Bundespolizei sowie Einsatzkräften aus Sachsen-Anhalt und Thüringen unterstützt. Insgesamt waren rund 600 Einsatzkräfte in den Polizeieinsatz eingebunden. Zudem waren weitere rund 90 Bundespolizisten im Einsatz, um eine mögliche Anreise von Teilnehmern per Bahn abzusichern.