Ein leiser Hauch von Erpressung

FUSSBALL Verhärtete Fronten vor Mitgliederversammlung des CFC

Die Situation vor der am kommenden Montag stattfindenden Mitgliederversammlung des Chemnitzer FC e.V. spitzt sich immer weiter zu. Hauptgrund dafür ist ein Schreiben von Insolvenzverwalter Klaus Siemon, der - aufgrund von Differenzen bei der möglichen Besetzung des Aufsichtsrates - die Liquidation des CFC und damit die Löschung aus dem Vereinsregister in Erwägung zieht: "Sollte diese Liste so gewählt werden, sehe ich den Bestand des Chemnitzer FC e.V. als akut gefährdet an", ließ er via Schreiben verlautbaren. Siemon favorisiert einen gesellschafterdominierten Aufsichtsrat. Falls dies nicht geschieht, beantragt der Jurist aus Düsseldorf die Inhaftierung der Notvorstands-Mitglieder!

Zusammenkunft der Gesellschafter

Die Gesellschafter der Chemnitzer FC Fußball GmbH luden am gestrigen Dienstag ausgewählte Journalisten zu einer Pressekonferenz ins "Stadion -An die Gellertstraße" ein. Sowohl Insolvenzverwalter Klaus Siemon als auch Thomas Sobotzik, der Geschäftsführer CFC-GmbH, nahmen an dieser nicht teil. Ein Kritikpunkt der Gesellschafter ist bei der fast zwei stündigen Zusammenkunft gewesen, dass die von Klaus Siemon vorgeschlagenen Kandidaten für den Aufsichtsrat vom Notvorstand nicht anerkannt werden. Dieser begründet seine Entscheidung wiederum mit fehlender Mitgliedschaft und verweist auf die Gesetzeslage, dass bei laufendem Insolvenzverfahren keine neuen passiven Mitglieder aufgenommen werden dürfen. Die einzige Ausnahme stellt die Aufnahme von aktiven Mitgliedern in Form von Spielern dar. Nun, so kündigten es die Gesellschafter an, soll bei einer Zusammenkunft zwischen ihnen sowie Notvorstand und Ehrenrat dieses Problem noch vor der Mitgliederversammlung gelöst werden.

Polster und Pfeifer stellen weiteres Engagement in Frage

"Wenn es keine Einigung gibt, (...) stellen wir unsere Arbeit und unsere Investitionen ein", baut Romy Polster, stellvertretende Vorsitzende der CFC-Gesellschafterversammlung, eine Drohkulisse auf. Nur im Falle einer "Kooperation zwischen GmbH und Verein" kann der Sanierungskurs erfolgreich fortgeführt und damit die himmelblaue Zukunft gesichert werden. Udo Pfeifer, der in den vergangenen mehr als zwei Jahrzehnten den CFC finanziell unterstützte, möchte - sollte es vor der Mitgliederversammlung zu keiner klaren Einigung kommen - ebenfalls sein Engagement beenden. Interessant an dieser Aussage ist, dass sich der Gesellschafter jüngst noch bereiterklärte, dass Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) mittels "langfristiger Strategie auf gesunde Beine zu stellen". Damit scheint wohl auch dieses Engagement hinfällig zu sein.

BLICK weiß: In der vergangenen Woche hatte es bereits lösungsorientierte Diskussionen zwischen Ehrenrat, Notvorstand und fast allen Gesellschaftern gegeben. Grundtenor dieser konstruktiven Gespräche: Endlich wurden Weichen gestellt, "um künftig ein gemeinsames Handeln aller am Fortbestand des Vereins interessierter Kräfte zu ermöglichen".

Notvorstand war über Brief der Clublegenden informiert

Zudem vermerkte Romy Polster, dass der "Offene Brief an Klaus Siemon", welcher von 22 Clublegenden, die seit der Gründung des FC Karl-Marx-Stadt im Jahr 1966 in verschiedensten Funktionen beim FCK selbst bzw. beim Nachfolgerverein Chemnitzer FC mitgewirkt haben, unterschrieben wurde, ebenso dem Notvorstand hätte vorgezeigt werden müssen. So lautet ihr Vorwurf; allerdings ist dieser darüber informiert gewesen: Denn einer, der das Schreiben ebenfalls unterschrieben hat, war Frank Sorge, seines Zeichen Mitglied des vom Amtsgericht Chemnitz eingesetzten Notvorstandes.

Fans gehen voran: Taten statt Worte

Die himmelblauen Fans haben am vergangenen Wochenende ein deutliches Zeichen gesetzt, wie wichtig ihnen der Erhaltung des Nachwuchsleistungszentrum ist. Zum DFB-Pokalspiel gegen den Hamburger SV, welches die Himmelblauen nach einer starken kämpferischen Leistung unglücklich im Elfmeterschießen verloren, konnten Spenden in Höhe von 5.213,10 Euro verzeichnet werden. Außerdem haben CFC-Fanclubs und

Privatpersonen die anfallenden Kosten für das Auswärtsspiel der A-Jugend beim Hamburger SV übernommen.