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Ein sehr bewegendes Schicksal

Motorsport Sohn des Rennfahrers Ewald Kluge über den Leidensweg seines Vaters

Schon seit seiner Kindheit träumt Ewald Kluge von einer Karriere als Rennfahrer. Auf dem Weg zu seinem Ziel wird er Taxifahrer. Gleichzeitig legt er jede Mark zur Seite, um sich eine Rennmaschine kaufen zu können.

Zu Himmelfahrt 1929 ist es dann endlich soweit: In Freiberg startet er bei einem Rennen mit einer englischen Dunelt und wird auf Anhieb Dritter. Ein Jahr später steigt er auf die Zschopauer DKW-Marke um, der er 25 Jahre lang treu bleibt.

Erst vor kurzem Gewissheit

Nach Kriegsende werden er und sein Rennfahrerkollege und Freund Walfried Winkler, die beide im Rennfahrerdorf Adelsberg wohnen, von einem Berufskollegen denunziert - und geraten in russische Gefangenschaft. 72 Jahre liegen mittlerweile zwischen den dramatischen Ereignissen. Erst bei einem Besuch in seinem Geburtsort Adelsberg bei Chemnitz in der letzten Woche erfährt der Sohn des legendären Rennfahrers, Peter Kluge, von den einzelnen Stationen der rund dreijährigen Haft seines Vaters.

Die 1. Station beginnt am 25. März des Jahres 1946, als Ewald Kluge in Siegmar/Schönau im Keller einer Villa an der damaligen Mittelstraße 2 zusammen mit Walfried Winkler inhaftiert wurde. Im Folgemonat erfolgte die Verlegung der beiden kurzzeitig nach Chemnitz-Kaßberg in das dortige Gefängnis. Anschließend wurden sie ins Speziallager Nummer 1 in Mühlberg an der Elbe verbracht, wo die Rennfahrer Arbeit in einer russischen Kfz-Werkstatt bekommen hatten.

Rückkehr aus dem Kaukasus im Jahre 1949

Doch von hier aus wird Ewald Kluge zur Deportation abkommandiert. Er wird Mitte Juni 1946 weiter ins Lager in Frankfurt an der Oder verlegt. Von dort aus wird er schon kurze Zeit später in das Riesenreich UDSSR, genauer in den Kaukasus, in das dortige Lager mit der Nummer 182 in Rostow am Don deportiert.

Das Martyrium Ewald Kluges endet nach gut drei Jahren im April des Jahres 1949. Gesundheitlich schwer angeschlagen kehrt Ewald Kluge von Frankfurt an der Oder aus nach Adelsberg zu seiner Familie zurück, die in der gesamten Zeit der Gefangenschaft im Ungewissen leben musste.

Daheim angekommen flüchtete er mit seiner Familie aus der sowjetischen Besatzungszone ins westdeutsche Ingolstadt.

Bis zu seinem schweren Sturz 1953 auf dem Nürburgring verbuchte der Rennfahrer zahlreiche Erfolge. Er starb am 19. August 1964 mit nur 55 Jahren in Ingolstadt.



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