"Ein Stadtteil mit Potenzial"

Ehrenamt Thomas Heidenreich engagiert sich für den Sonnenberg

Der Sonnenberg hat es Thomas Heidenreich schon lange angetan. "Von allen Chemnitzer Stadtteilen ist das für mich der mit dem größten Potenzial. Hier könnte man wirklich ein richtiges Szeneviertel aufbauen", sagt der 38-Jährige. Obwohl er in dem Gründerzeitviertel weder lebt noch arbeitet, engagiert er sich deswegen seit 2008 ehrenamtlich im Verein "Stadthalten", zu dessen Gründungsmitgliedern er gehört. "Am Anfang waren wir 14 Leute, denen es vor allem darum ging, sich für den Erhalt des Altbaubestandes einzusetzen", erinnert sich der Zimmermeister. Das Problem weitreichender Abbrüche seitens der Wohnungsunternehmen habe sich mit dem Wegfall der Abrissförderung für bis 1945 errichtete Gebäude im Jahr 2009 weitgehend erledigt. Seitdem stehe für ihn und die anderen mittlerweile etwa 30 Mitglieder die Belebung des Quartiers im Vordergrund. Zu den Projekten des Vereins, in denen er sich besonders engagiere, zähle unter anderem die Bergung noch verwendbarer Baustoffe aus Häusern, die kurz vor dem Rückbau stehen - mittlerweile fast nur noch Plattenbauten. "Das reicht vom Waschbecken bis zur Badkeramik". Auch die Straßengalerie habe er mit vorbereitet und begleitet, dabei ab 2010 unter anderem die Platten für die Bilder zurechtgeschnitten, von denen inzwischen etwa 400 Gebäudefenster an Fürsten- und Zietenstraße zieren. "Wenn ich da heute entlanggehe, dann erfüllt mich das schon mit Zufriedenheit", so Heidenreich, der, wie er betont, etwa "zwei bis drei Stunden in der Woche" für sein Ehrenamt aufwendet.