"Ein wichtiges Signal zur Aufarbeitung"

FörderungVerein Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis erhält Zuwendungsbescheid

Mit einem Zuwendungsbescheid über 163.000 Euro reiste am gestrigen Dienstag Staatsministerin Eva-Maria Stange nach Chemnitz. Ihr Ziel: der 2011 gegründete Verein Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis. Dessen Mitglieder können mit der finanziellen Unterstützung nun die Planung der Ausstellung und des Hochbaus für einen Lern- und Gedenkort im ehemaligen Kaßberg-Gefängnis fortführen.

Ziel ist es, im Sommer 2019 einen Antrag zur Einrichtung der geplanten Dauerausstellung bei der Bundesregierung vorzulegen und damit die Finanzierung des Ausbaus des Erinnerungsortes zu vervollständigen.

2021 soll der Lern- und Gedenkort öffnen

Für die Realisierung des auf rund 3,1 Millionen Euro geschätzten Konzepts hatte die Staatsregierung bereits im August zwei Millionen Euro aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR bewilligt. Die Eröffnung des Lern- und Gedenkorts ist für 2021 geplant. Das Gefängnis sei sowohl zur Zeit des Terrors der Nationalsozialisten, als auch während der sowjetischen Besatzungszeit und während der SED-Diktatur ein Ort der Unterdrückung und der Entrechtung, erklärte Eva-Maria Stange.

Es sei ein wichtiges Signal, wie wir mit unserer jüngeren Geschichte umgehen, wenn ehemalige SED-Gelder jetzt für die Aufarbeitung der SED-Diktatur eingesetzt werden. "Es ist wichtig, dass sich junge Menschen ein möglichst authentisches Bild von diesem vielfachen Unrecht machen können. Ich danke dem Verein sehr für sein großes Engagement", so Stange weiter.