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Einblicke in ein früheres Chemnitz

Abschluss Archäologen beenden Grabungen am Getreidemarkt

Ein Jahr lang war der Getreidemarkt Arbeitsplatz von etlichen Archäologen. Mit 5800 Quadratmetern gehört das Areal in der Chemnitzer City zu den größten Stadtkerngrabungen in Sachsen. Jetzt fanden die Arbeiten fristgerecht ihren Abschluss.

Die Archäologen konnten auf dem Gelände vielfältige Spuren der Arbeits- und Lebenswelt vergangener Jahrhunderte, von der ersten Siedlungsphase bis heute, sichern. Mehrer tausend Funde wurden gesichert. "Dabei waren die Fundstellen größtenteils in den ehemaligen Hinterhöfen, die vor allem sehr intensiv handwerklich genutzt wurden. So wurde beispielsweise der Arbeitsbereich einer Gerberei des 13./ 14. Jahrhunderts sowie Relikte von vier späteren Öfen freigelegt, wie typische Produktionsabfälle und -strukturen bezeugen", informiert das Landesamt für Archäologie. Des Weiteren dokumentierten die Forscher auf dem Areal 30 Brunnen vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit, die ebenfalls auf Gewerbe mit hohem Wasserbedarf hindeuten.

Zum spätmittelalterlichen Stadtbild seien vier ausgebrannte Gebäudegrundrisse von Schuppen, Ställen oder Lagerräumen zu zählen. "Herausragend ist dabei eine gut erhaltene Flechtwerkwand mit Fachwerkkonstruktion, die von Restauratoren des Landesamtes aufwändig im Block geborgen wurde und bereits für kommende Ausstellungen in Chemnitz vorgesehen ist", so das Landesamt.

Zu den jüngeren Befunden gehören die gründerzeitlichen Gebäudefundamente und Keller von Gebäuden, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Sie belegen über sekundär verwendete renaissancezeitliche und spätgotische Bauteile ebenfalls ein schon lange verloren gegangenes Stadtbild dieser Perioden.

Erste Ergebnisse und Funde sollen im Sommer 2020 im smac in der Ausstellungsreihe "ausgegraben - ausgestellt" zu sehen sein.



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