Eine Normalisierung der Dimensionen?

Kommentar Gesungen wird immer - auch in Coronazeiten

Angemerkt von Wieland Josch

"Wir lassen uns das Singen nicht verbieten". So trällerte in der 70er Jahren ein fröhliches Vögelein. Es ist wohl nicht anzunehmen, dass die Macher jenes Chartbreakers damals schon wussten, welche Bedeutung diese harmlos wirkende Zeile Jahrzehnte später einmal haben würde. Denn verboten wurde es trotzdem, zu aller Nutz und Frommen, nimmt man an. In Kirchen geht es nicht, und Chorauftritte sind auch erst einmal nicht auf der Agenda.

Aber stimmt sie nicht trotzdem, diese Textzeile? Glücklicherweise ja. Denn gesungen wurde dennoch, von Balkonen herab oder in den Höfen von Seniorenheimen. Mittlerweile kehren Chöre wieder zum Probenbetrieb zurück. Und Feste soll es auch bald wieder geben. Die werden dann zwar nicht ganz so übermäßig ausfallen wie gekannt, aber vielleicht hat das ja auch was Gutes. Manche Feierlichkeit geriet in letzter Zeit immer größer. Es tut womöglich ganz gut, wenn die Dimensionen sich etwas normalisieren. Und vielleicht macht das alles dann auch mehr Spaß, als erwartet.