Eine Orgel für die Füße

Projekt Kirchenmusikdirektor Siegfried Petri stellte gestern spezielle Socken vor

Nach sechs Jahren Bauzeit erklang vor einem Jahr erstmals die neue Vleugels-Orgel in der Schloßkirche Chemnitz. Jetzt ziert das Abbild der Orgel im französisch-symphonischen Stil sogar eine Socke. "Das stilisierte Motiv der bunten Orgel umzusetzen, war komplizierter als gedacht", erklärt Klaus Keßler, Geschäftsführer einer Strumpf-Firma aus Limbach-Oberfrohna. "Wir haben das Motiv am Computer vorgefertigt und die Farbe dann Masche für Masche übertragen. Die Socken bestehen zu 98 Prozent Baumwolle, der Rest aus Elastan." Die ungewöhnliche Idee kam dem Strumpfhersteller bei einem seiner zahlreichen Besuche in der Schlosskirche. "Damit wollen wir einen Beitrag zur Tilgung der finanziellen Restschuld leisten", so Keßler. Denn von den Gesamtkosten von rund 800.000 Euro ist noch ein Betrag von 25.000 Euro offen. Dafür übernahm das Unternehmen die Produktion der ersten hundert Socken aus eigener Tasche, alle weiteren Nachbestellungen werden zum Selbstkostenpreis gefertigt.

Insgesamt 500 der "Orgel-Socken" wechselten bei Kirchenveranstaltungen schon die Besitzer. Erhältlich sind die "Qualitätsarbeiten für anspruchsvolle Füße" außerdem im Pfarramt. "Der Erlös kommt dem Orgelbau-Förderverein der Schloßkirche Chemnitz zugute", freut sich Kirchenmusikdirektor Siegfried Petri. Sein Resümee nach einem Jahr Vleugels-Orgel: "Alle Organisten, die bisher an diesem Instrument konzertierten, lobten den ganz besonderen Klang und die Ausführung."