Eine Reise ins Jenseits

Ausstellung Neue Schau im Archäologiemuseum thematisiert Tod

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Inszenierung eines Scheiterhaufens von Niederkaina: Oben der unverbrannte Zustand, auf der untersten Stufe ist der Befund nach der Verbrennung dargestellt. Foto: smac/Karla Mohr

Jedes Leben ist endlich. Doch wie geht es weiter, wenn ein Mensch stirbt? "Tod und Ritual - Kulturen von Abschied und Erinnerung" lautet der Titel einer neuen Ausstellung im Archäologiemuseum (smac), die in dieser Woche eröffnet wurde. Auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern erwartet die Besucher eine mystisch gestaltete Schau mit rund 700 Exponaten, zahlreichen völkerkundlichen Fotografien, der Inszenierung eines prähistorischen Scheiterhaufens und vielem mehr. So gibt es zum Beispiel Werkzeuge und Materialien eines modernen Bestatters zur Herrichtung der Leiche neben vier altägyptischen Eingeweidekrüge zu sehen. Außerdem sind Schädel, Grabbeigaben und auch eine Hörstation zum altgriechischen Bestattungsritual, das Homer in seinem Epos Ilias beschreibt, zu erleben.

Fragen an Besucher

Die Chemnitzer Ausstellung nimmt die Gräber von Niederkaina als Ausgangspunkt für eine Reise durch Bestattungs- und Gedenkrituale in der Welt, in Sachsen, in der Vergangenheit und heute. Niederkaina bei Bautzen wird seit vielen Jahrzehnten archäologisch untersucht. Dort ist es gelungen, Teile des aufwändigen Totenrituals zu rekonstruieren. Die Rekonstruktion eines Scheiterhaufens in der Schau zeigt, dass die Hinterbliebenen den bekleideten Leichnam mit seinen Geräten aufbahrten. Um und auf das Holz stellten sie zahlreiche mit Speisen und Getränken gefüllte Gefäße. Die Mehlspeisen, wie beispielsweise die ältesten Nudeln der Welt, Brote, Brötchen und Getreidebrei, bereiteten sie frisch zu, worauf am Scheiterhaufen stehende Mahlsteine hindeuten.

An Kreativwänden im smac fragt das Museum die Besucher, wie sie selbst bestattet werden möchten, welche Musik gespielt werden soll, ob es ein Gedicht oder Gebet gibt, das sie sich für die Feier wünschen. "Auch Kinder und Jugendliche bitten wir zu schreiben oder zu malen, wie sie sich das Jenseits vorstellen", so das Museum.