Einen Kilometer Gleise fürs Chemnitzer Modell

Verkehr Ab Februar sollen Straßenbahnen in den Hauptbahnhof einfahren - Verbindungen ins Umland ab 2014

Die Verknüpfung von Eisenbahn und Straßenbahn: das ist im Kern das Chemnitzer Modell, das die Stadt und der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) derzeit am Hauptbahnhof umsetzen. Zwischen der mittlerweile geöffneten Bahnhofshalle und der Straße der Nationen ging es dabei in dieser Woche ziemlich rund. Insgesamt 1.000 Meter Gleise wurden auf dem Baufeld verlegt, dazu ungefähr 3.200 Tonnen Schotter aufgeschüttet. Zur Beseitigung von Unebenheiten und Verschiebungen kam dabei auch eine sogenannte Gleistopfmaschine zum Einsatz. Darüber hinaus stellte der Verkehrsverbund die Oberleitungen fertig, Elektriker zogen zu diesem Zweck rund 1.800 Meter Draht.

Wie VMS-Sprecherin Silke Dinger betont, sollen schon ab dem Februar des kommenden Jahres die Bahnlinien 2, 6 und 522 in den Hauptbahnhof einfahren. Für Menschen, die dort umsteigen müssen, entfällt damit der Fußmarsch zwischen Bahnsteig und Bahnhofsvorplatz. Die Fertigstellung des "Knotens" ist für Ende 2013 anvisiert. Sofern der Zeitplan eingehalten wird, könnten mit Jahresbeginn 2014 die Citybahnen ins Chemnitzer Umland rollen - das heißt konkret nach Burgstädt und nach Mittweida.

Noch deutlich weiter in der Zukunft liegen indes die nächsten drei Stufen des insgesamt 264 Millionen Euro teuren Projektes. Diese sehen die Erweiterung des Chemnitzer Modells nach Süden in Richtung Thalheim, nach Osten (Hainichen, Flöha) sowie nach Westen mit dem Zielort Limbach-Oberfrohna vor. Die Komplettumsetzung des Gesamtvorhabens noch in diesem Jahrzehnt ist laut Tiefbauamt allerdings fraglich.