Einer, der nicht mehr lügen will

Premiere "Menschenfeind" im Schauspielhaus

Zweihundert Mal, so heißt es, lügt der Mensch pro Tag - vom "Guten Tag" bis zum "Freut mich". Aber wie weit darf man gehen, ohne sich selbst zu verlieren oder für Freunde, Partner, Feinde unberechenbar zu werden? Sich mit gelegentlichen Lügen kommunikativ geschmeidig zu verhalten, mag die eine Seite der Medaille sein, unerkennbar zu werden, ist die andere.

Alceste, Protagonist in Molières Komödie "Der Menschenfeind", will künftig immer die Wahrheit sagen. Er will authentisch bleiben, stößt dabei aber unausweichlich seine Freunde vor den Kopf. Und auch die geliebte Célimène hat nicht übermäßig viel Verständnis, die ihr Alceste entgegenwirft. Ob sie, die sich freudig auf Partys herumtreibt und sich zwischen all ihren Liebeleien nicht so recht entscheiden mag, am Ende Alcestes Heiratsantrag entgegennehmen wird? Mit Molières "Menschenfeind" eröffnet das Chemnitzer Schauspiel den Premierenreigen für dieses Jahr. Am Samstag, 19.30 Uhr, erlebt das Stück unter der Regie von Schauspieldirektor Carsten Knödler seine erste Aufführung. Philipp Otto als Alceste und die neu ins Chemnitzer Ensemble gewechselte Katka Kurze als Célimène geben die Haupthelden. Für die Premiere am Samstag im Schauspielhaus gibt es noch einige wenige Restkarten.