Einer, der sich immer treu blieb

Ausstellung Kunstsammlungen würdigen Karl Schmidt-Rottluff

Aus dem Katalog zur neuen Sonderausstellung der Kunstsammlungen könnte man wahrscheinlich auch Häuser bauen. Zum Beispiel einen hübschen Anbau am König-Albert-Museum, den sich Generaldirektorin Ingrid Mössinger schon seit längerem wünscht. Das städtische Museum zeigt seine Schmidt-Rottluff-Sammlung und der Bestand ist so umfassend, dass sich allein dafür der Anbau schon lohnen würde. 1919 kam das erste Ölbild des Sohns der Stadt in die Kunstsammlungen, viele, viele folgten, es kamen Grafiken dazu und Werke aus langfristigen Leihgaben. So ist trotz Verlusten in der NS-Zeit - ein Bestand von 490 Werken für die Schau zusammengekommen, die am heutigen Samstagabend eröffnet wird. Ein Drittel des überhaupt von Schmidt-Rottluff bekannten druckgrafischen Werkes ist dabei, 60 Ölbilder vom kleinen Porträt der Schwester oder dem ersten Stillleben eines Kohlkopfes, in dem schon die Farbwirkungen des Expressionismus ausprobiert werden, bis zu Werken aus der späten Schaffensphase in den 1960er-Jahren. "Die Ausstellung zeigt: Schmidt-Rottluff ist sich immer treu geblieben, aber er hat sich auch regelmäßig erneuert", so Ingrid Mössinger bei der Vorstellung der Schau. Vieles, was zu sehen ist, lag jahrelang im Depot, nun kommt es wieder zum Vorschein. Bis zum 10. April können Kunstfreunde Karl Schmidt-Rottluff in seiner Heimatstadt entdecken, in deren Vorort Rottluff er 1884 geboren wurde, wo er das heutige Rottluff-Gymnasium besuchte, wo er - mit Malverbot belegt - auch 1943-45 noch einmal länger lebte. Es ist der Abschluss des "Brücke-Jahres", das die Kunstsammlungen in mehreren Ausstellungen feierten. Und es ist ohne Zweifel der Höhepunkt dieses "Brücke-Jahres".