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Sachsen

Einsatz für Kinder in Asien

Die BLICK-Reportage Chemnitzerin Susanne Schaper hilft in Vietnam

Es sind zwei aufregende Wochen, die hinter Susanne Schaper liegen. Die Chemnitzerin war zwei Wochen lang in Vietnam. In der 485.000 Einwohner zählenden Stadt Danang, in der Mitte des Landes, war sie nicht etwa um zu urlauben. Susanne Schaper weilte dort, um humanitäre Hilfe zu leisten. Gemeinsam mit einem Team des gemeinnützigen Vereins Deviemed behandelte sie Kinder, die an angeborenen Gesichtsfehlbildungen, zum Beispiel der Kiefer-Gaumen-Spalte, leiden. Die Behinderung ist laut Experten Folge des im Vietnamkrieg zum Einsatz gekommenen Giftes Agent Orange und der Mangelernährung der Vietnamesen. Die Krankheit kommt in dem Land dreimal häufiger vor als in Europa.

Es war nicht der erste Einsatz von Susanne Schaper. Sie reiste bereits zum fünften Mal nach Vietnam. Dabei ist sie auch in Chemnitz schon genug eingebunden. Schaper arbeitet im Klinikum Chemnitz als Ausbilderin für anästhesietechnische Assistentin. Sie ist Mitglied des Stadtrates. Sie kandidiert in diesem Jahr erneut für die Linken. Und sie ist dreifache Mutter. Die Zeit für die kranken Mädchen und Jungen in Vietnam nimmt sie sich trotzdem. "Es ist eine Sache, über Solidarität zu reden. Ich will sie aber leben. Und da ich keinen Batzen Geld spenden kann, helfe ich mit meiner Arbeitsleistung", sagt Susanne Schaper. "Das möchte ich auch meinen Kindern vorleben." Mehr als 70 Operationen stemmte das zwölfköpfige Team während des Hilfseinsatzes in Vietnam. Im längsten Fall dauerte eine einzelne OP bis zu fünf Stunden. "Wir waren also im Dauereinsatz. Das war bei 30 Grad Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit sehr kräftezehrend", erinnert sich die Chemnitzerin. Besonders in Vietnam als Minderheit geltende Menschen aus entlegenen Bergdörfern suchten Hilfe. "Sie nahmen stundenlange Anfahrten auf sich, kamen ohne Anmeldung", so Schaper. "Einige Kinder mussten wir leider auf unseren nächsten Einsatz im Herbst vertrösten. Aber die dringendsten Fälle haben wir behandelt." Vietnam gilt als Land mit Dritte-Welt-Faktor. Fiebersenkende Arzneimittel wie Paracetamol sind dort kaum zu haben, Ärzte für die komplizierten Gesichtsoperationen nicht genügend ausgebildet. Und Hilfsmittel wie Scheren und andere chirurgische Instrumente rosten bei den klimatischen Bedingungen einfach an. "Wir nehmen die Instrumente teilweise mit nach Deutschland, um sie zu erhalten", erklärt Susanne Schaper.

Noch mehr Gerätschaften brachten sie allerdings für den Einsatz ins asiatische Land. Schaper hob mit 40 Kilogramm Gepäck-Übergewicht vom Flughafen Frankfurt am Main ab. Auch, weil sie einen Monitor zur Überwachung der Patienten-Herzfrequenzen mit sich führte. Außerdem hat sie gemeinsam mit ihrer Familie und Freunden jede Menge Kuscheltiere und andere Spielsachen für die vietnamesischen Kinder gesammelt. Medikamente hatte sie ebenfalls mitgenommen.

Alle zwei Jahre will Susanne Schaper künftig an den Einsätzen von Deviemed teilnehmen. Mehr schafft sie wahrscheinlich nicht da der Aufwand doch erheblich ist. Der Verein wurde im Jahr 1995 vom in Deutschland lebenden vietnamesischen Arzt Khue Do-Quang gegründet. Allein in den ersten zehn Jahren seines Bestehens konnten von Mitgliedern 1500 Kinder behandelt werden.