Eis und Schnee belasten Bauten

VPB rät Rohbauten im Winter schützen

Winterwetter setzt nicht nur Menschen zu, sondern auch Bauten, vor allem, wenn sie noch nicht fertig sind. Dann schneit es in ungeschützte Kellerabgänge und regnet in offene Mauerkronen. Dabei entstehen schnell teure Schäden. "Baufirmen sind zwar verpflichtet, die Baustelle im Winter abzusichern, aber nicht alle tun das auch", weiß Dipl.-Ing. Hildegard Brunner, Bausachverständige des Verbands Privater Bauherren (VPB) und Leiterin des VPB-Büros in Landshut. "Bauherren sollten sich deshalb in den nächsten Wochen nicht allein auf die Sorgfalt ihrer Baufirmen verlassen, sondern prüfen, ob ihr Rohbau ausreichend geschützt ist. Im Zweifel", so rät die Fachfrau, "hilft nur eines: Selbst Folien besorgen und die neuralgischen Punkte abdecken. Das lohnt sich, denn im Rohbau steckt bereits der Löwenanteil des Eigenkapitals der zukünftigen Bewohner."

Je nachdem, wie weit der Bau bereits gediehen ist, empfiehlt die VPB-Expertin unterschiedliche Schutzmaßnahmen. Stehen Keller und das Erdgeschoss und das Dach fehlt noch, sollten die Bauherren zwei Dinge erledigen: zum einen den offene Kellertreppenausschnitt schließen, zum anderen die Mauerkronen abdecken. "Wenn Regen und Schmelzwasser in den Keller rinnen und dort wochenlang stehen, ist das später der beste Nährboden für Schimmel." Dazu eignen sich nach Erfahrung der Baufachfrau Folien, die mit Dielen und Brettern beschwert und befestigt werden. "Die Dielen sichern das offene Kellerloch auch, damit niemand abstürzt."

Regenwasser und Schnee dringen aber nicht nur über den Kellerausschnitt ein, sondern sickern auch durch Kellerschächte und Deckendurchbrüche, die die Rohbauer für Wasser- und Heizungsrohre ausgespart haben. Auch diese Löcher sollten alle sorgfältig verschlossen werden. Wird das Haus bereits von einem Dach geschützt, sollten Bauherren prüfen, ob alle Dachluken und Fenster dicht sind. Falls nicht: Offene Fensterlöcher mit Folie sichern. Ist das Dach bereits gedeckt, sind meist auch schon Regenrinnen und Fallrohre montiert. "In diesem Fall sollten die Bauherren schauen, wohin die Fallrohre entwässern. Auf gar keinen Fall darf das Wasser einfach neben der Hauswand ins Erdreich sickern. Wasser muss immer weg vom Haus", betont Hildegard Brunner www.vpb.de.