Eiskalter Einsatz am Chemnitzer Schlossteich: Wasserwacht rückt mit mehreren Kräften aus

Für den Ernstfall vorbereitet? Am Samstag fand eine erfolgreiche Eisrettungsübung der Chemnitzer Wasserwacht am Schlossteich statt.

Chemnitz

Immer wieder unterschätzen Menschen die Tragfähigkeit von vereisten Teich- oder Seeflächen im Winter. Es kommt zu Unfällen, die hohe Gefahren mit sich bringen können. Die Feuerwehr warnte in der vergangenen Woche bereits davor, den Chemnitzer Schlossteich zu betreten. (BLICK.de berichtete)

 

Realitätsnahe Übung unter winterlichen Extrembedingungen

Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, hat die Wasserrettungsgruppe des Katastrophenschutzes Chemnitz am Samstag eine realitätsnahe Eisrettungsübung am Schlossteich durchgeführt. Dabei wurde geprobt, eine ins Eis eingebrochene Person zu retten.

Mit diesem Training sollen die Abläufe der Teammitglieder präzisiert und verfestigt werden und so der Einsatz unter erschwerten winterlichen Bedingungen geübt werden, denn bei extremer Kälte werden auch die Grenzen der Schutzausrüstung deutlich. Eingefrorene Karabiner, steif gewordene Leinen sowie schwer lösbare Knoten erschwerten die Arbeit erheblich und erforderten ein hohes Maß an Routine und Konzentration.

 

Sichere Personenrettung im Vordergrund

Im Mittelpunkt der Übung stand die sichere und schonende Personenrettung mithilfe eines Kombiretters sowie einer Leiter. Durch den Einsatz dieser Rettungsmittel konnte das Gewicht der Einsatzkräfte großflächig auf dem Eis verteilt und das Risiko eines weiteren Einbrechens minimiert werden", erklärt der stellvertretende Jugendleiter der Chemnitzer Wasserwacht, Robert Huth.

 

Erfolgreiche Rettung - Wasserwacht für den Ernstfall gerüstet

Während der Rettungsmaßnahme arbeiteten sich die Einsatzkräfte zur angenommenen Einbruchstelle vor, stellten den Kontakt zur verunfallten Person her, sicherten diese und brachten sie anschließend kontrolliert aus dem Gefahrenbereich. "Es war wichtig, die Bedingungen unter realistischen Umständen zu erleben und die Abläufe zu überprüfen", so der Einsatzleiter und stellvertretender Gruppenführer der Wasserrettungsgruppe Chemnitz, Felix Heisel.

Das Fazit der Übung? Starker Gruppenzusammenhalt und ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein. Insgesamt sei die Wasserrettungsgruppe Chemnitz gut für winterliche Einsätze vorbereitet.

 

Über die Aufgaben der Wasserrettungsgruppe

Als spezialisierte Einheit im Katastrophenschutz übernimmt die Wasserrettungsgruppe Chemnitz vielfältige Aufgaben. Dazu zählen unter anderem die Rettung von Personen aus Gewässern, Einsätze bei Eis- und Badeunfällen, die Unterstützung bei Hochwasserlagen sowie Such- und Sicherungsmaßnahmen auf und am Wasser. Regelmäßige Aus- und Fortbildungen sowie praxisnahe Übungen sind Grundlage für eine hohe Einsatzbereitschaft.

Trotz der aktuellen Minustemperaturen warnt die Wasserrettungsgruppe Chemnitz ausdrücklich vor dem Betreten von Eisflächen. Eis bildet sich nicht gleichmäßig; Strömungen, Zuflüsse, Pflanzenbewuchs und Sonneneinstrahlung führen zu stark unterschiedlicher Tragfähigkeit. Ein Einbruch kann daher jederzeit und ohne Vorwarnung erfolgen. Personen, die ins eiskalte Wasser fallen, geraten durch Kälteschock und rasche Erschöpfung in akute Lebensgefahr. Die Bevölkerung wird eindringlich gebeten, Eisflächen nicht zu betreten und im Notfall umgehend den Notruf zu wählen.

In unserem vorherigen Artikel lest ihr die wichtigsten Punkte zur Risiken auf Eisflächen und zum Umgang, falls man im Eis eingebrochen ist.

 

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