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Elektroschrott als Goldgrube

Gründer Netzwerk Saxeed kürte diese Woche die besten Geschäftsideen

Seine Dankesrede bewies fast Oscar-Reife: Andriy Shenshyn hatte sich diese Woche beim Ideenwettbewerb des südwestsächsischen Gründernetzwerks Saxeed in der Kategorie der Studenten durchgesetzt, 1.000 Euro gewonnen und erst einmal nur ein paar Worte übrig: "Das ist schon echt krass." Doch dann sprudelte es aus ihm heraus: "Ich mag Deutschland, ich mag, dass es hier so eine Unterstützung für Unternehmensgründer gibt." Shenshyn ist Ukrainer, studiert an der TU Chemnitz Elektrotechnik - und arbeitet nebenbei an einer Geschäftsidee: Alte, kaputte Synthesizer will er ankaufen, reparieren und dann teurer weiterverkaufen. Dass das funktioniert, hat er bereits getestet: "Ich habe einen Synthesizer für 600 Euro gekauft und nach der Reparatur für 1.800 Euro wieder verkauft." Mit diesem Beispiel, aber auch mit selbstbewusstem Auftreten überzeugte er die Jury und das Publikum der Preisverleihung, dass er das beste studentische Konzept hat - unter immerhin 51 Bewerbungen aus den Hochschulen in Chemnitz, Zwickau, Mittweida und Freiberg. Deutlich weniger Einreichungen gab es aus den Reihen der Hochschulmitarbeiter: nur neun. Auch in dieser Kategorie setzte sich ein Team der TU Chemnitz durch: "Corant", bestehend aus den Wissenschaftlern Daniel Lehmann, Mario Körösi, Steve Pittner und Michael Fronk, entwickelt ein Thermometer, mit dem sich Temperaturen zwischen 1.200 und 1.800 Grad exakt und konstant messen lassen - dies soll in der Stahl-, Glas- oder Zementindustrie Energiekosten sparen. Mit der Teilnehmerzahl am Wettbewerb zeigten sich die Initiatoren zufrieden: "60 Ideen bei der neunten Auflage des Wettbewerbs zeigen, dass wir an den südwestsächsischen Hochschulen eine aktive Gründerszene haben", sagte Marc Banaszak vom Netzwerk Saxeed. Bis zur Unternehmensgründung sei es aber für alle noch ein weiter Weg.