Empfehlungen für Asylprozesse der Zukunft

Projekt Ergebnisse einer zweijährigen Forschungsarbeit an der TU Chemnitz vorgestellt

Eine Forschungsarbeit, an der insgesamt 16 europäische Länder mitgewirkt haben, endete diese Woche im Rahmen einer internationalen Abschlusskonferenz an der Chemnitzer Uni. Das von der Europäischen Kommission geförderte zweijährige Projekt nahm das gemeinsame europäische Asylsystem und Empfehlungen für seine zukünftige Entwicklung unter die Lupe.

Große Frustration in Städten in ganz Europa

Die Leiterin des Forschungsverbundes ist Birgit Glorius, Inhaberin der TU-Professur Humangeographie mit dem Schwerpunkt Europäische Migrationsforschung. Auf Basis der Ergebnisse des Projektes gebe sie drei wesentliche Empfehlungen an die Politik: "Erstens: Die lokale Ebene sollte in Asylprozesse stärker einbezogen werden. In ganz Europa gibt es größere aber auch kleinere Städte, die eine stärkere Rolle bei der Aufnahme und Integration von Asylsuchenden spielen wollen. Derzeit herrscht dort große Frustration wegen des geringen Einflusses, den sie nehmen können, aber auch wegen zu geringer Ressourcen. Eine direkte Budgetierung aus EU-Geldern könnte hier einen großen Effekt haben, denn sie würde die gesellschaftlichen Integrationspotenziale erhöhen und damit auch die öffentliche Unterstützung für die Aufnahme von Asylsuchenden verbessern", so die Forscherin.

Transparente Kommunikation und verantwortungsvolle Politikansätze

Darüber hinaus sollten sich politische Akteure auf allen Ebenen um eine transparentere Kommunikation und verantwortungsvolle Politikansätze bemühen, um eine stärker faktenbasierte Politik zu erreichen und damit auch zu einer De-Eskalierung der öffentlichen Diskurse beizutragen. "Drittens: Für jedwede Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems benötigen die EU-Staaten zunächst eine gemeinsame Vision, möglichst im Geist der gegenseitigen Solidarität als eines der Basisprinzipien der Europäischen Union." Ein ausführliches Interview mit Birgit Glorius gibt es online unter www.mytuc.org/zfbz.