Entwicklung besser als gedacht

prognose Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung sieht Chemnitz im Aufwind

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Gute Nachrichten für die Chemnitzer Industrie: Die Exporte bleiben stabil und auch die Binnennachfrage ist eine wichtige Stütze.Foto: Rico Hinkel

Der Chemnitzer Arbeitsmarkt entwickelt sich noch besser als gedacht. Wie aus einer aktuellen Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, wird die Beschäftigung in der Stadt kräftiger steigen und die Arbeitslosigkeit spürbarer abnehmen. Im vergangenen Herbst wurden ein Anstieg der Beschäftigung um 1.700 und ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um rund 200 prognostiziert. Mit der Frühjahresprognose 2018 werde sich der positive Trend jedoch stärker auswirken.

Stabile Exporte und Binnennachfrage

Die Forscher rechnen für Chemnitz bei einem Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts von 2,1 Prozent mit einem Beschäftigungsanstieg um 1.900 und einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 800 Menschen. Damit würden im Jahr 2018 durchschnittlich etwa 117.600 Frauen und Männer einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit in Chemnitz nachgehen. "Der konjunkturelle Aufschwung erreicht einen Höhepunkt und wirkt sich sehr positiv auf die Entwicklung der Chemnitzer Wirtschaft aus.

Die Exporte sind stabil und auch die Binnennachfrage bleibt eine wichtige Stütze der Konjunktur", erläutert Angelika Hugel, Chefin der Agentur für Arbeit Chemnitz. "Sicher profitiert die Stadt Chemnitz auch von den zahlreichen Einpendlern. Aber wenn die Beschäftigung ständig wächst, sollten auch die Löhne, die Rahmenbedingungen der Arbeit und die Kompetenzen der Menschen Schritt halten. Hier sehe ich noch Luft nach oben. Denn trotz der positiven Prognose bleiben die strukturellen Probleme erhalten. Beispielsweise passt die Qualifikation der arbeitslosen Chemnitzer oft nicht zu den Anforderungen der Betriebe."

400 Jugendliche fehlen dem Ausbildungsmarkt

Auch der Ausbildungsmarkt ist in Bewegung. Das Fazit zur Halbzeit des aktuellen Ausbildungsjahres fällt allerdings ernüchternd aus. Hugel: "Der Wettbewerb um die besten Bewerber verschärft sich. Schon heute fehlen rechnerisch über 400 junge Menschen, um die freien Lehrstellen besetzen zu können." Von den bisher gemeldeten 1.200 Ausbildungsstellen, die von Oktober bis März erfasst wurden, sind noch fast 900 frei.