Erforderlicher Netzausbau der Energiewende stockt

StroMnetz Industrie- und Handelskammertag kritisiert Engpässe

erforderlicher-netzausbau-der-energiewende-stockt
Foto: Smileus/Getty Images/iStockphoto

Der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik ist in Deutschland gut vorangekommen. Der für den Wechsel auf erneuerbare Stromquellen ebenfalls erforderliche Ausbau der Stromnetze stockt allerdings. Laut dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag gibt es schon jetzt erhebliche Engpässe im Stromnetz - insbesondere bei der weiträumigen Übertragung von Strom.

Die Folge sind hohe und steigende Kosten zur Stabilisierung des Netzes: Im Jahr 2017 waren es bereits 1,4 Milliarden Euro - zu Lasten von Unternehmen und Verbrauchern. "Mit der Energiewende müssen vor allem die Verbindungen zwischen dem windreicheren Norden und Osten zu wichtigen Industriestandorten in Süddeutschland ausgebaut werden", heißt es in der Analyse. Ursprünglich sollten diese Trassen bis 2022 fertig sein, wenn die letzten Atomkraftwerke abgeschaltet werden sollen. Tatsächlich werden diese Leitungen wohl frühestens 2025 fertig.

Es mangelt an Leitungen

Das heißt, Deutschland kann dann zwar mehr Wind- und Solarenergie produzieren als heute, den Strom aber mangels Leitungen nicht zu den Abnehmern transportieren. Bislang sei es nicht gelungen, den Konflikt um den erforderlichen Netzausbau entlang der möglichen Trassenverläufe zu entschärfen. Die Folge ist: Genehmigungsverfahren für neue Stromtrassen ziehen sich in die Länge.

Um den Netzausbau selbst zu beschleunigen, sind unter anderem Vereinfachungen im Planungs- und Genehmigungsverfahren vorgesehen. "Solche Maßnahmen können einen Beitrag dazu leisten, die bestehenden und absehbaren Netzengpässe zeitnah zu entschärfen. Es fehlt aber noch immer ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung dieser Vorschläge, die zudem nicht neu sind" so das Resümee des Industrie- und Handelskammertages. So hat die Bundesnetzagentur bereits mit dem Netzentwicklungsplan 2017 so genannte Ad-Hoc-Maßnahmen für eine bessere Auslastung der Bestandsnetze genehmigt.