Erinnerung in Chemnitz: Diese 19 neuen Stolpersteine wurden am Mittwoch verlegt

Die Verlegungen führten am Mittwoch an mehrere Orte in Chemnitz und machten dort verdrängte Schicksale wieder sichtbar.

Chemnitz

Am Mittwoch wurden in Chemnitz 19 neue Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an Menschen, die Opfer des nationalsozialistischen Regimes wurden.

Erinnerung im Alltag

Eingelassen in den Bürgersteig erinnern die Gedenksteine an tragische Schicksale von Menschen, die während des nationalsozialistischen Regimes verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Tod getrieben wurden.

Chemnitz setzt die Erinnerung fort

Die zehn mal zehn Zentimeter kleinen Messingtafeln auf den Steinen geben Auskunft über Namen und die wichtigsten Lebensdaten dieser Menschen und markieren ihre letzten Wohn- oder Wirkungsstätten. In Chemnitz wurden bislang 360 Stolpersteine verlegt.

Auftakt auf dem Kaßberg

Bürgermeister Ralph Burghart eröffnete den Mittwoch am Vormittag auf dem Kaßberg am Standort Eulitzstraße 7, an dem für Hanna Luise Sachs, geb. Cohn, ein Stolperstein verlegt wurde.

Tana Sachs erinnert an die Verantwortung

Ihre Tochter Tana Sachs war ebenfalls vor Ort und meldete sich zu Wort. Sie wurde 1938 in Chemnitz geboren und ist damit das letzte jüdische Kind, das in Chemnitz während des Holocaust geboren wurde. „Diese Zeit ist ein winziger Teil der Weltgschichte, den wir nie vergessen dürfen“, sagte Tana Sachs.

Weitere Steine an verschiedenen Standorten

An acht weiteren Standorten sind neue Stolpersteine in den Boden gelassen worden:

  • auf der Agricolastraße 63 für Carl Leder und Margarete Leder, geb. Plaut; auf der Katharinenstraße 10 für Heinrich Frank, Rosa Frank, geb. Frank, Leonore Frank und Erwin Konrad Frank
  • auf der Stollberger Straße 38 für Sally Spiro, Nina Spiro, geb. Beck und Michael Spiro, Michael Spiro verlegte später seinen Wohnsitz nach London, wo er bis zu seinem Tod am 5. Oktober 2025 lebte
  • auf der Beckerstraße 13 für Gerhard Frank, Elisabeth Frank, geb. Goeritz, Günther Konrad Frank und Horst Heinz Frank
  • auf der Hohen Straße 9 für Else Schendel, geb. Wolffheim
  • auf der Zwickauer Straße 36 (heute Zwickauer Straße/Ecke Reichsstraße) für Alfred Ascher und Edith Ascher, geb. Werner
  • auf der Brückenstraße 6 (ehemalige Brückenstraße 14) für Ilse Ruth Lachmann und Eva Irene Lachmann

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