Erlebnisse mit Poeten und Tyrannen

Ringvorlesung Uni-Mitarbeiter und -Freunde geben persönliche Einblicke in "Mein Buch"

Lesen ist eine oft sehr individuelle Erfahrung, jeder, der schon einmal nach 500 Seiten eines spannenden Romans in die Realwelt zurückkehrte, weiß das. Dass nicht nur Lesen, sondern auch das Teilen von Leseerlebnissen interessant ist, zeigen Angehörige und Freunde der TU Chemnitz in der Neuauflage der Ringvorlesung "Mein Buch". Nach dem Erfolg der ersten Runde im vergangenen Wintersemester organisierte Literaturprofessorin Bernadette Malinowski auch in diesem Jahr elf Vorträge mit persönlichen Eindrücken dies- und jenseits des Lesekanons. Den Anfang machte vergangene Woche Literaturwissenschaftler Jörg Pottbeckers, der mit dem Sänger Morrissey einen außergewöhnlichen Lyriker vorstellte. Kommenden Mittwoch (07.11.) schreibt Frank-Lothar Kroll, Inhaber der Professur Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, die Reihe fort. Mit dem Titel "Der Großtyrann und das Gericht" stellt er einen Roman von Werner Bergengruen vor. 1935 erschienen, erfuhr das Buch, das von einem scheiternden Herrscher erzählt, im Laufe des 20. Jahrhunderts verschiedene Lesarten - für und wider das NS-Regime. Die Einblicke des Historikers versprechen dementsprechend vielseitige Erkenntnisse. Beginn der kostenfreien Veranstaltung ist 19.30 Uhr im kleinen Saal des Museum Gunzenhauser. In den kommenden Wochen werden dann immer mittwochs, 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek oder im Museum Gunzenhauser unter anderem Eske Bockelmann (28.11.), Gunzenhauser-Kurator Thomas Bauer-Friedrich (16.01.) und Uni-Rektor Arnold van Zyl (30.01.) ihre Bücher vorstellen.