Erster Blick auf die Chemnitzer Aktienspinnerei gelüftet

Bau Umbau zur Zentralbibliothek der TU Chemnitz

Auf der Straße der Nationen in Chemnitz läuft momentan der Umbau der alten Aktienspinnerei zur Zentralbibliothek der TU Chemnitz. Nach dem Fall der Bauhüllen kann man schon die Schönheit des großen Gebäudes erkennen, das definitiv ein Blickfang für Chemnitzbesucher ist, die vom Hauptbahnhof kommen.

Nach der Übergabe kann der Umzug beginnen

Ende 2019 soll das Gebäude voraussichtlich an die TU übergeben werden. Dann kann der Umzug von Universitätsbibliothek, Universitätsarchiv und PatentInformationsZentrum beginnen. Angela Malz, Direktorin der Universitätsbibliothek sagt: "Der Charakter des Fabrikgebäudes aus dem 19. Jahrhundert wird eine Symbiose mit moderner Bibliothekstechnik eingehen."

Ein moderner Magazinzweckbau soll für unzählige Akten, Fotos, Dokumente, wertvolle Bücher und Patentunterlagen errichtet und an die sanierte Altbausubstanz angepasst werden. "Es entsteht eine Bibliothek, die nicht nur ein Speicher für gedruckte Bücher ist, sondern viel mehr ein Raum, in dem sich an Wissenschaft interessierte Menschen treffen, diskutieren und lesen können, in dem neue Ideen entstehen werden und gedruckte und digitale Medien aller an der TU Chemnitz vertretenen Fächer zu benutzen sind", sagt Malz.

Die Geschichte der Aktienspinnerei:

Die Aktienspinnerei entstand um 1858 infolge der Gründung einer Aktiengesellschaft, die damals mit 60.000 Spindeln die größte Spinnerei Sachsens war. Architekt Friedrich Theodor Roschig verzichtete wegen der Brandgefahr weitgehend auf Holz aus Baumaterial und verwendete stattdessen Eisen und Stein. Der Betrieb der Spinnerei endete 1914 und im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt, verlor sein Dach und das obere Geschoss. Seit 2011 ist das Gebäude Eigentum des Freistaates Sachsen.