Nach dem Abpfiff hatten CFC -Cheftrainer Benjamin Duda sowie sein Gegenüber Marco Grote auf der kleinen Bühne des Presseraums Platz genommen und versuchten, dass 1:1 (0:1) zwischen dem Chemnitzer FC und dem FC Carl-Zeiss-Jena einzuordnen. Auch wenn sie dabei offenbar einen ruhigen Eindruck vermittelten, dürfte der Puls bei den beiden Fußball-Lehrern immer noch sehr hoch gewesen sein.
Unmittelbar davor hatten fast 8.500 Fans im eins-Stadion An der Gellertstraße ein packendes Duell zwischen den beiden Teams gesehen. Der Gäste-Coach arbeite sich insbesondere am Schiedsrichter ab, indem er die lange Nachspielzeit von 11 Minuten sowie die Platzverweise (Jena sah zweimal Gelb-Rot) als diskussionswürdig einstufte.
Grund für die zeitliche Zugabe dürfte auch die Unterbrechung wegen einer Pyroshow und die damit verbundenen Sichtbehinderungen gewesen sein. Nach dem Abpfiff suchte Grote mit dem Schiedsrichter das Gespräch. Da sich dieser forsche Gedankenaustausch aber eher zu einem lautstarken Monolog des Jenaers entwickelte, sah er die Rote Karte.
Duda hielt sich mit einer Analyse insgesamt zurück. Dabei hatte seine Mannschaft eine starke Leistung abgeliefert und laut Cheftrainer „sieben hundertprozentige Chancen“ gehabt. „Es war sicherlich für uns vorteilhaft, 45 Minuten in Überzahl zu spielen. So absurd es klingt: Um weiter zu wachsen, ist es auch mal wichtig, mit dem Abpfiff das 1:1 zu erzielen und die Stimmungslage mitzunehmen“, meinte der Chemnitzer Coach.
CFC scheitert immer wieder an Jenas Torwart
Schon vor dem ersten Platzverweis kurz vor der Pause hatten die Gastgeber mehr Spielanteile. Die Chemnitzer Akteure scheiterten aber mehrmals am glänzend reagierenden Keeper Marius Liesegang, der schließlich für die Thüringer den Punkt festhielt.
Dies hatte auch David Richter, der Torwart des CFC, so erkannt. „Er hat es zweifellos gut gemacht. Dass Jena aus zwei Chancen ein Tor macht, damit muss man rechnen. Ich hatte in der zweiten Halbzeit fünf Ballkontakte. Am Ende ist es ärgerlich, dass wir nur ein Tor gemacht zu haben, es hätten locker vier, fünf sein können“, schätzte der 27-Jährige ein. Am Ergebnis änderte auch die Kennzahl nichts, dass sich die Himmelblauen 15 Eckbälle erkämpften.
David Vogt erlöst Chemnitz spät
Im zweiten Durchgang sahen die begeisterten Fans praktisch ein Spiel auf ein Tor. Chemnitz drückte enorm, Jena verteidigte leidenschaftlich. Den vielumjubelten Ausgleich erzielte David Vogt in der achten Minute der Nachspielzeit.
„Ich bin natürlich überglücklich, das Tor noch gemacht zu haben. Es war ein schöner Moment. Dennoch habe ich auch ein weinendes Auge, da ich denke, dass wir drei Punkte verdient gehabt hätten“, meinte der Torschütze und analysierte: „Jena stand das gesamte Spiel sehr tief und hat uns den Ball überlassen. Wir haben das Spiel auch schon vor der Pause bestimmt“.
Zweites Saisontor für Vogt
Der 25-Jährige war im Sommer vom Greifswalder FC nach Chemnitz gekommen und stand gegen Jena das erste Mal in dieser Saison über die komplette Distanz auf dem Rasen. Nach seinem Tor gegen Zwickau war es für den neuen Vollzeitarbeiter der zweite Saisontreffer. „Ich konnte mich in der Box etwas absetzen. Ron (Berlinski) hat den Ball sehr gut aufgelegt, ich habe mit links abgeschlossen“, schilderte Vogt die Situation, die zum 1:1 führte.
Chemnitzer bleiben weiter ungeschlagen
Durch diese Punkteteilung bleibt der Chemnitzer FC auch nach sieben Spieltagen ungeschlagen und mischt in der Fußball-Regionalliga Nordost weiter ganz vorn mit. Am kommenden Freitag geht es im Landespokal zum Sachsenligisten Dresdner SC.
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